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Bau eines Hafens für Nicaragua-Kanal beginnt im Dezember

Mehr als tausend Fachleute aus mehreren Ländern prüften derzeit die Auswirkungen des Projekts auf Umwelt und Bevölkerung.

Managua (afp) – Für den geplanten riesigen Kanal zwischen Atlantik und Pazifik in Nicaragua soll im Dezember mit dem Bau eines Hafens begonnen werden. Das kündigte am Montag Telémaco Talavera an, Berater des Präsidenten und Mitglied der mit dem Kanalbau beauftragten Regierungskommission. Der Hafen werde an der Pazifikküste entstehen, sagte er. Mehr als tausend Fachleute aus mehreren Ländern prüften derzeit die Auswirkungen des Projekts auf Umwelt und Bevölkerung.

Ende August hatte das mit dem Bau beauftragte chinesische Unternehmen HK Nicaragua Canal Development Investment bereits damit begonnen, möglicherweise nötige Enteignungen und Umsiedlungen zu prüfen.

Die Kosten für den 278 Kilometer langen Kanal, der nach seiner Fertigstellung in Konkurrenz zum inzwischen hundert Jahre alten Panamakanal steht, belaufen sich nach bisherigen Planungen auf 40 Milliarden Dollar (knapp 31 Milliarden Euro).

Präsident Daniel Ortega hofft durch das Projekt auf zahlreiche Arbeitsplätze, um die Armut in dem zentralamerikanischen Land zu mildern. Der Kanal weckt aber vor allem bei Naturschützern Sorge. Sie befürchten Verschmutzungen durch die Schifffahrt und eine Verunreinigung des Trinkwassers, da die Route auf einer Länge von gut hundert Kilometern durch den Cocibolca-See verläuft – das größte Süßwasserreservoir Zentralamerikas.