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Eurobarometer – Umweltschutz trotz Wirtschaftskrise wichtig

Drei Jahre nach der letzten Eurobarometer-Umfrage zum Thema Umwelt gibt es in diesem Jahr eine Neuauflage. Fast 28.000 Europäer aus 28 Mitgliedsstaaten wurden über ihre Einstellungen zum Thema Umwelt und ihr Umweltverhalten befragt. Dabei wurde deutlich, dass Umweltschutz den Europäern trotz Wirtschaftskrise noch immer wichtig ist. Gleichzeitig glauben aber viele, dass noch mehr getan werden kann.

Brüssel (csr-news) > Drei Jahre nach der letzten Eurobarometer-Umfrage zum Thema Umwelt gibt es in diesem Jahr eine Neuauflage. Fast 28.000 Europäer aus 28 Mitgliedsstaaten wurden über ihre Einstellungen zum Thema Umwelt und ihr Umweltverhalten befragt. Dabei wurde deutlich, dass Umweltschutz den Europäern trotz Wirtschaftskrise noch immer wichtig ist. Gleichzeitig glauben aber viele, dass noch mehr getan werden kann.

Gegenüber der letzten Befragung aus dem Jahr 2011 ist das Umweltbewusstsein weiter gewachsen. Immerhin zeigen sich nun 75 Prozent der Bürger bereit, umweltfreundliche Produkte zu kaufen, auch wenn diese etwas teurer sind. Und noch mehr, nämlich 85 Prozent glauben, dass sie selber einen Beitrag zum Umweltschutz leisten können. So verwundert es auch nicht, dass sich die überwiegende Mehrheit nach eigener Einschätzung für umweltbewusst hält. So trennen rund 72 Prozent ihren Abfall für die Wiederverwertung, etwa 52 Prozent versuchen ihren Energiebedarf zu senken, während nur 37 Prozent verantwortungsvoll mit Wasser umgehen. Etwa 77 Prozent der EU-Bürger sind der Meinung, dass Umweltprobleme sich unmittelbar auf ihr tägliches Leben auswirken. Allerdings geben auch 39 Prozent zu, dass sie eigentlich nicht genug Wissen über Umweltthemen haben. Die Mehrzahl hält sich in diesen Fragen allerdings für gut informiert. So sehen die Europäer zu einem großen Teil auch die Chancen einer nachhaltigen Entwicklung. Mehr als zwei Drittel der Europäer glauben, dass die effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen und der Schutz der Umwelt das Wirtschaftswachstum ankurbeln können. Grundsätzlich steht das Thema Verschmutzung bei den Europäern an erster Stelle. Die meisten Sorgen machen sie sich über Luft- und Wasserverschmutzung. Sorgen bereiten ihnen aber auch die wachsende Abfallmenge und der Raubbau an den natürlichen Ressourcen.

Immer mehr Personen, im aktuellen Eurobarometer rund 59 Prozent, glauben, dass zur Messung des Fortschritts in ihrem Land soziale und ökologische Kriterien in gleichem Maße herangezogen werden sollten wie wirtschaftliche Kriterien. Außerdem sollten staatliche Stellen bei ihren Ausgaben und Investitionen Umweltaspekte stärker berücksichtigen und ihnen auch Vorrang gegenüber Kostengesichtspunkten einräumen. Den bislang wird von den Regierungen nicht genug für den Schutz der Umwelt unternommen, zumindest glauben dies mehr als 70 Prozent der befragten Europäer. Noch mehr, nämlich 77 Prozent sind der Meinung, dass sich auch große Unternehmen und die Industrie nicht genug bemühen. Und wenn es nach der Bevölkerung geht, dann würden diese in Zukunft stärker zur Verantwortung gezogen. Mehr als 90 Prozent erwarten von den Unternehmen, dass sie für Umweltschäden, die sie zu verantworten haben, auch einstehen müssen. Höhere Strafen für Umweltsünder halten sie für das wirksamste Mittel zur Lösung von Umweltproblemen. Die notwendige Gesetzgebung erwarten sie erstaunlicherweise aus Brüssel. Sechs von zehn Befragten denken, dass Entscheidungen in Sachen Umweltschutz gemeinsam innerhalb der EU getroffen werden sollten. Außerdem gaben 79 Prozent der Befragten an, dass die EU in der Lage sein sollte, zu überprüfen, ob Umweltschutzgesetze in den einzelnen Ländern ordnungsgemäß umgesetzt werden. Dass die EU mehr Finanzmittel für die Förderung umweltfreundlicher Aktivitäten einsetzt, wünschen sich 84 Prozent der Befragten. Insgesamt wünscht sich mehr als die Hälfte von der EU mehr Engagement für den Umweltschutz.

Aber auch ihre eigene Verantwortung sehen die Bürger mit klarem Blick. Rund 65 Prozent glauben, dass die Bürger mehr für den Umweltschutz tun könnten. Vor allem die Mülltrennung genießt dabei hohe Priorität. Rund 54 Prozent erwarten dabei mehr Engagement von jedem Einzelnen. Danach folgen die Reduzierung des privaten Energieverbrauchs und die verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Die vollständige Eurobarometer-Umfrage zu Umweltthemen und die Zusammenfassung zum Download.

Factsheet von den deutschen Ergebnissen als PDF.

 

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