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Lebensmittelsicherheit: Branche will für mehr Transparenz sorgen

Frankfurt am Main (csr-news) > Am 13. Dezember dieses Jahres tritt die neue Lebensmittel-Informationsverordnung der EU endgültig in Kraft. Es gibt sie bereits seit 2011, doch der Gesetzgeber hat großzügige Übergangsfristen eingeräumt, die nun auslaufen. Dann ist Nahrungsmittelbranche verpflichtet, bestimmte Angaben auf ihren Verpackungen zu veröffentlichen. Dazu gehören beispielsweise Nährwertangaben, Allergenkennzeichnungen, Informationen zur Herkunft und Angaben über Ersatzstoffe. Zudem müssen dann alle Angaben eine Mindestschriftgröße einhalten.

Die Hälfte der Befragten möchte die Rückverfolgbarkeit ihrer Produkte innerhalb der gesetzlichen Vorgaben leisten, sieht sich allerdings nicht in der Lage, vollständige Nachweise über alle Herstellungs- und Transportwege zu erbringen. Knapp jedes zehnte Unternehmen informiert seine Kunden derzeit nicht über die Herkunft seiner Produkte und sieht auch in Zukunft keine Möglichkeit, seine Waren zurückzuverfolgen, um dem Verbraucher vollständige Transparenz zu bieten. „Um das Vertrauen der Konsumenten zurückzugewinnen, müssen Lebensmittelhersteller und Handel ihre Kunden transparent und lückenlos über Herkunft, Inhalt und Transport ihrer Produkte informieren. Wer das versäumt, wird in der Gunst der Verbraucher weiter abfallen und Umsatzeinbußen hinnehmen müssen“, so Gerd Bovensiepen, Leiter des PwC-Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter in Deutschland und Europa.

Um die Transparenz und Sicherheit ihrer Produkte zu erhöhen, setzen 93 Prozent der Unternehmen auf Gütezeichen. Drei Viertel der Befragten planen zudem in den kommenden zwei Jahren Investitionen in elektronische Systeme wie Barcodes, QR-Codes, RFID oder mobile Anwendungen. 85 Prozent der Unternehmen gaben an, ihren Kunden in Zukunft Barcodes anbieten zu wollen, damit sie sich ausführlich über die Herkunft und Eigenschaften der Produkte informieren können. Acht von zehn Unternehmen planen, die Verbraucher auf einer eigenen Webseite über ihre Produkte zu informieren. Als weitere Maßnahme, um das Vertrauen der Verbraucher zu erhöhen, setzen die Unternehmen auf ein verbessertes Lieferkettenmanagement: 81 Prozent schließen mögliche Risiken in der Lieferkette aus, indem sie ihre Lieferanten einen Code of Conduct unterzeichnen lassen. Bei 71 Prozent der Befragten müssen sich die Lieferanten über ein Lieferantenportal qualifizieren.

Bereits heute informieren 81 Prozent der Unternehmen die Verbraucher über den Nährwert der Produkte; 76 Prozent verwenden zertifizierte Gütezeichen oder Siegel für Produkte aus biologischem Anbau oder fairem Handel. Angaben zum Herstellungsprozess oder dem Transportweg bis zum Supermarkt macht bislang jedoch nur gut die Hälfte der Unternehmen. Und nur eine Minderheit, gut 43 Prozent, klärt Verbraucher darüber auf, ob gentechnisch veränderte Lebensmittel in ihren Produkten enthalten sind.

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