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Gewerkschaft kritisiert „blinden Fleck“ in der Digitalen Agenda

Das Papier habe „einen blinden Fleck“, indem es nicht auf die Belange der Beschäftigten in der digitalen Arbeitswelt eingehe.

Rüsselsheim (afp) – Die Gewerkschaft IG Metall hat Lücken in der im August vorgestellten Digitalen Agenda der Bundesregierung bemängelt. Das Papier habe „einen blinden Fleck“, indem es nicht auf die Belange der Beschäftigten in der digitalen Arbeitswelt eingehe, kritisierte am Mittwoch in Rüsselsheim der Erste Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel.

„Wir brauchen ein Leitbild guter digitaler Arbeit mit zeitgemäßen Betriebsvereinbarungen, Tarifverträgen und Gesetzen“, forderte Wetzel. Die Bundesregierung bleibe bisher aber eine Antwort schuldig, welche staatlichen Rahmenbedingungen künftig für neue aus Internet und Digitalisierung erwachsene Wirtschaftsformen gelten sollten.

In vielen Auftrags- und Vertragsformen der digitalen Arbeit mache sich unterdessen schon ein „Sittenverfall“ breit, beklagte die Gewerkschaft. Das betreffe beispielsweise einige Crowdsourcing-Plattformen, über die nur eine schlechte Bezahlung erfolge.

Vor drei Wochen hatte die Bundesregierung ihre 38 Seiten umfassende Digitale Agenda vorgestellt. Zu den darin formulierten Kernzielen gehören ein flächendeckender Ausbau von schnellem Internet bis 2018, ein besserer Schutz der IT-Systeme sowie eine Stärkung von Innovation und Wettbewerb in der IT-Branche in Deutschland.