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CSRbriefly am Freitag

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen: Neuzugang im Global Challenges Index, Commerzbank veröffentlicht Statusbericht zur Unternehmensverantwortung, Auszeichnung für grüne Logistik, NWB Verlag legt ersten Nachhaltigkeitsbericht vor, Bewerbungsstart für „Meeting Experts Green Award“, DIE veröffentlicht Jahresbericht, Agrarminister beschließen mehr Tierschutz, Jahrestag des Brandes bei Textilfabrik in Pakistan, Neue Sustainalytics Studie zum Bankensektor, DNK aktualisiert und jetzt fit für Europa, Bedeutung von Transparenz für Unternehmen, Deutsche Post DHL ruft Mitarbeiter zum weltweiten Freiwilligentag auf und Gehirnstimulation löst unfaires Verhalten aus.

 

Neuzugang im Global Challenges Index
Das japanische Unternehmen Konica Minolta wird mit Wirkung vom 19. September 2014 in den Global Challenges Index (GCX) aufgenommen. Der einst drittgrößte Kamerahersteller der Welt, der sich inzwischen auf Druck- und Kopiersysteme konzentriert, nimmt im Nachhaltigkeitsbarometer der Börse Hannover den Platz der britischen Lloyds Banking Group ein, die den strengen Auswahlkriterien nicht mehr genügt. Die Stärken von Konica Minolta liegen unter anderem darin, dass die Sozialstandards bei wichtigen Zulieferern durch umfangreiche Maßnahmen geprüft werden und somit die Einhaltung gewährleistet wird. Ein weiterer Pluspunkt sind die unternehmensweiten Anstrengungen zur Steigerung der Transporteffizienz, hieß in der Begründung der Börse Hannover. Die Lloyds Banking Group musste ihren Platz im Index insbesondere aufgrund von Strafzahlungen im Zusammenhang mit dem Skandal um die Manipulation von Interbanken-Zinsen und Missständen im Vergütungssystem für Kundenberater aufgeben.

Commerzbank veröffentlicht Statusbericht zur Unternehmensverantwortung
Zwischen den ausführlichen Nachhaltigkeitsberichten veröffentlicht die Commerzbank einen Statusbericht. Der dient außerdem als Fortschrittsbericht über den Stand der Umsetzung der zehn Prinzipien des UN Global Compact und präsentiert die wichtigsten Kennzahlen nachhaltiger unternehmerischer Tätigkeit für das Jahr 2013. Ihrem Klimaziel, die Emissionen bis 2020 um mindestens 70 Prozent zu senken ist die Bank inzwischen mit einer Reduktion von 63,7 Prozent schon sehr nahe gekommen. 2015 erscheint der nächste ausführliche Nachhaltigkeitsbericht. Der aktuelle Statusbericht als PDF zum Download.

Auszeichnung für grüne Logistik
Der „Lean and Green Award“ wird zum zweiten Mal an Unternehmen, die konkrete Maßnahmen für die Reduzierung von CO2 in ihren Logistikprozessen ergreifen, verliehen. GS1 Germany verleiht die Auszeichnung an Kaufland Dienstleistung, Lekkerland Deutschland, Reemtsma Cigarettenfabriken und die SCA Hygiene Products Vertriebs GmbH. Sie wollen den CO2-Ausstoß in ihren Logistikprozessen in den nächsten fünf Jahren Um mindestens 20 Prozent reduzieren und haben dazu individuelle Aktionspläne im Rahmen von Lean and Green entwickelt. Nach der erfolgreichen Prüfung der Berechnungen und Maßnahmen durch den TÜV Nord erhielten die Unternehmen jetzt den Lean and Green Award. Die Auszeichnung identifiziert die Unternehmen als Mitglieder der Initiative und ist gleichzeitig der Startschuss für die Umsetzung der Maßnahmen. Hier gibt es weitere Informationen.

NWB Verlag legt ersten Nachhaltigkeitsbericht vor
„Heute nicht auf Kosten von Morgen, hier nicht auf Kosten von Anderswo und nie auf Kosten von Anderen“ – diese Mission hat sich der NWB Verlag in Sachen Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Wie das konkret aussieht, darüber informiert der erste Nachhaltigkeitsbericht, in Anlehnung an die Kriterien der Global Reporting Initiative – Version G4 erstellt wurde. „Die aktuellen Handlungsfelder haben wir mit unserem Produkt N-Kompass ermittelt. Ein wichtiges Thema ist dabei, nach der unternehmensweiten Umstellung auf Recyclingpapier, die Klimaneutralität“, erklärt Yvonne Buckesfeld, Leitung Nachhaltigkeit beim NWB Verlag. Die Angaben im ersten Nachhaltigkeitsbericht beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2013 und werden ab jetzt jährlich aktualisiert. Hier geht es zum Bericht.

Bewerbungsstart für „Meeting Experts Green Award“
Nachhaltig agierende Unternehmen und Institutionen der deutschsprachigen Tagungs- und Kongressbranche können sich noch bis zum 31. Oktober 2014 für den „Meeting Experts Green Award“ bewerben. Dieser bewertet die nachhaltigen Initiativen der Branche in den fünf Kategorien Energiemanagement und Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit einer Veranstaltung, nachhaltige Veranstaltungszentren, nachhaltiges Personalmanagement sowie Nachhaltigkeit in Unternehmen oder Verbänden. Diese Auszeichnungen werden 2015 zum zweiten Mal verliehen.

DIE veröffentlicht Jahresbericht
Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) begeht dieses Jahr seinen 50. Geburtstag. Im aktuellen Jahresbericht 2013-2014 wird das Institutsjubiläum mit einem Rückblick auf 50 Jahre Entwicklungspolitik aufgegriffen – aus Sicht des DIE sowie von Gastautoren. Hier geht es zum Download.

Agrarminister beschließen mehr Tierschutz
Auf ihrer Herbstkonferenz haben die Agrarminister des Bundes und der Länder eine Verbesserung des Tierschutzes für Nutztiere beschlossen. Eine Arbeitsgruppe soll nun bis nächstes Jahr Vorschläge erarbeiten, wie sich die Situation der Tiere verbessern lässt. Ergebnisse werden für das Management der Tierhaltung, die Haltungsbedingungen sowie für die Überprüfung der bestehenden Kontrollstandards erwartet. Auf die Tagesordnung soll auch der Transport von Tieren kommen, vor allem der Grenzüberschreitende.

Jahrestag des Brandes bei Textilfabrik in Pakistan
Die Vorsitzenden von DGB, Ver.di und IG-Metall rufen anlässlich des zweiten Jahrestages des Brandes in der pakistanischen Textilfabrik Ali Textile zur Unterzeichnung des Aufrufs „Wir stehen am Anfang“ auf. Darin fordern die Gewerkschaftsvorsitzenden zu öffentlichem Handeln und konkreter Hilfe für die Arbeiter der globalen Textilindustrie auf: „Die Kolleginnen und Kollegen an den Nähmaschinen in Süd- und Südostasien haben Anspruch auf eine angemessene und faire Entschädigung“, so Detlef Wetzel, Vorsitzender der IG Metall, „sie brauchen dringend bessere Arbeitsbedingungen und eine anerkannte gewerkschaftliche Vertretung.“ Am 11. September 2012 verbrannten 250 Arbeiter qualvoll in einer maroden Fabrik, die maßgeblich für einen deutschen Textilhändler produzierte. Noch immer gibt es für die Opfer und Hinterbliebenen keine substanziellen Entschädigungen. „An den Arbeitsbedingungen in der asiatischen Textilindustrie, die weltweit für Empörung sorgen, hat sich kaum etwas geändert“, so Reiner Hoffmann, Vorsitzender des DGB. „Würdige Arbeits- und Lebensbedingungen für die Beschäftigten sind nicht in Sicht. Um das zu ändern, braucht es Öffentlichkeit, in den betroffenen Ländern, aber auch und gerade bei uns.“

Neue Sustainalytics Studie zum Bankensektor
Sustainalytics hat eine neue Studie zum Bankensektor veröffentlicht. „Banken: Wie ein Phönix aus der Asche“ ist eine detaillierte Analyse des Bankensektors sowohl hinsichtlich der Nachhaltigkeit als auch der Business-Impact-Perspektive. Behandelt werden die wichtigsten Themen und Trends, die in der Branche seit der Finanzkrise von 2008 und ihrer Bekämpfung entstanden sind. Dabei werden die fünf Schlüssel-ESG-Themen Wirtschaftsethik, Belastbarkeit, Nachhaltige Finanzen, Produkt Governance und Human Capital behandelt. Hier geht es zum Download.

DNK aktualisiert und jetzt fit für Europa
Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK), den der Rat für Nachhaltige Entwicklung im Dialog mit der deutschen Wirtschaft, Investoren und zivilgesellschaftlichen Akteuren entwickelt hat, liegt jetzt in überarbeiteter Form auf Deutsch, Englisch und Französisch vor. Was ist geblieben? Was hat sich geändert? Der Nachhaltigkeitsrat beschreibt im DNK die für nachhaltiges Wirtschaften wesentlichen Themen. Geändert hat sich die Zahl EFFAS-Indikatoren. Sie ist von 19 auf 16 geschrumpft, die GRI-Indikatoren sind um einen auf 28 gestiegen. Die Indikatoren ergänzen die Informationen der Kodex-Kriterien um quantitative Informationen, die besonders wichtig für die Vergleichbarkeit der Unternehmensinformationen sind. Die Kodex-Kriterien selbst wurden inhaltlich an die Aufgabenstellung der in Kürze erwarteten EU-Richtlinie zur Berichterstattung nichtfinanzieller Informationen angepasst. So werden zum Beispiel Informationen zu ökologischen Zielen und Prozessen nicht mehr nur auf Produkte, sondern auch auf Dienstleistungen bezogen. Die Relevanz von Nachhaltigkeitsthemen für das operative Geschäft wurde deutlicher herausgestellt. Redundanzen wurden beseitigt und Anforderungen an Entsprechenserklärungen konkretisiert, dies sowohl bezogen auf begriffliche Ebene, als auch auf Berichtsformate. Außerdem ist geplant, einen Nachhaltigkeitsindex an der Athener Börse anzubieten und der griechischen Wirtschaft mit der Nachhaltigkeitsstrategie „Sustainable Greece 2020“ zu mehr Wettbewerbsfähigkeit zu verhelfen.

Bedeutung von Transparenz für Unternehmen
Im März hatten rund 1.800 Delegierte an Nordamerikas größtem Nachhaltigkeitsgipfel, dem Globe2014 in Vancouver, teilgenommen. KPMG und GRI haben die Teilnehmer anschließend zum Thema Unternehmenstransparenz befragt. Worauf kommt es an, was s ind die Treiber und welche Auswirkungen hat mehr Transparenz, jetzt und in der Zukunft, auf die Unternehmen. Die Ergebnisse wurden nun von KPMG Kanada veröffentlicht. Hier geht es zum Download.

Deutsche Post DHL ruft Mitarbeiter zum weltweiten Freiwilligentag auf
Mehr als 100.000 Mitarbeiter, die sich in über 1.600 Projekten in 127 Ländern engagierten: Das war die Bilanz des Freiwilligentages von Deutsche Post DHL im letzten Jahr. Auch 2014 ruft das Unternehmen mit dem so genannten „Global Volunteer Day“ dazu auf, sich in sozialen Projekten zu engagieren. Im Hauptaktionsraum zwischen dem 4. und 14. September werden rund um den Globus wieder Mitarbeiter gemeinsam mit Geschäftspartnern und gemeinnützigen Organisationen eine Vielzahl von Aktivitäten in ihrer Region oder ihrer Stadt durchführen, um dadurch einen individuellen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Die Idee zum Global Volunteer Day entstand 2008 in Asien: Schon damals unterstützten Mitarbeiter von Deutsche Post DHL gezielt lokale Projekte in einem bestimmten Zeitraum des Jahres. Aus dieser regionalen Aktion wurde dann 2011 zum ersten Mal ein weltweiter Freiwilligentag, der seitdem konzernweit koordiniert und dann in den einzelnen Regionen und Ländern individuell umgesetzt wird.

Gehirnstimulation löst unfaires Verhalten aus
Wer in menschlichen Gesellschaften zurechtkommen will, muss auf andere Rücksicht nehmen und mit ihnen teilen. Wer nur auf sein eigenes Wohlergehen bedacht ist, steht rasch als Außenseiter da. Damit dies nicht passiert, eignen sich die meisten Menschen eine Strategie der Fairness an. Schon seit längerem sehen Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen fairem Verhalten und einer Gehirnstruktur, die „dorsolateraler präfrontaler Kortex“ genannt wird und im Stirnlappen des Gehirns angesiedelt ist. „Diese Gehirnregion ist für die Selbstkontrolle verantwortlich. Davon brauchen wir ein gehöriges Maß, um unsere eigennützigen Impulse zurückzudrängen“, sagt Sabrina Strang, Mitarbeiterin von Prof. Bernd Weber am Center for Economics and Neuroscience (CENs) der Universität Bonn. Den beiden Wissenschaftlern des CENs ist es nun mit Kollegen der Universität Maastricht gelungen, den direkten funktionalen Zusammenhang zwischen dem dorsolateralen präfrontalen Kortex und normgeleitetem fairem Verhalten in einem Experiment nachzuweisen. Dabei nutzte das Forscherteam die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Menschen eher bereit sind zu teilen, wenn ihnen ansonsten Sanktionen drohen. Im Labor der Universität Maastricht führten die Wissenschaftler ein sogenanntes „Diktator-Spiel“ durch. Insgesamt 17 Probanden schlüpften in die Rolle der Diktatoren: Sie durften frei entscheiden, welchen Anteil eines vorher festgelegten Geldbetrags sie mit ihren Mitspielern teilen wollten. Als „Empfänger“ fungierten 60 weitere Probanden. Die Spielsituation wurde in zwei verschiedenen Varianten durchgeführt: In einer Version mussten die Empfänger schlicht hinnehmen, welche Entscheidung die Diktatoren trafen. In der zweiten Variante hatten sie dagegen die Möglichkeit, die Diktatoren zu bestrafen. Wenn ihrer Meinung nach der zugeteilte Geldbetrag zu gering ausgefallen war, konnten sie den Diktator mir einer Geldstrafe sanktionieren. Wenn die Diktatoren keine Sanktionen zu befürchten hatten, waren sie – wie erwartet – deutlich knausriger, als wenn die „Empfänger“ sie für ihren Geiz bestrafen konnten. Kurz bevor die Probanden die zwei Varianten des Diktatorspiels gespielt haben, schalteten die Forscher den dorsolateralen präfrontalen Kortex mit Hilfe der Transkranieller Magnetstimulation kurzfristig aus. Dabei wird mit einer Spule von außen durch die Schädeldecke der Probanden hindurch ein Magnetfeld erzeugt, das die Aktivität bestimmter Hirnregionen hemmen kann. „Diese Methode ist für die Testpersonen ungefährlich und nach wenigen Minuten reversibel“, sagt Strang. Wenn die Diktatoren mit gehemmter Gehirnregion an die Verteilung der Geldbeträge gingen, war das Ergebnis deutlich: Sie handelten egoistischer und waren schlechter darin, ihr Verhalten den drohenden Sanktionen anzupassen, als wenn der dorsolaterale präfrontale Kortex aktiv war. „Obwohl die Probanden genau wussten, dass ihr unfaires Verhalten zu einer Geldstrafe führen würde, konnten sie offensichtlich aufgrund der eingeschränkten Aktivität der Hirnstruktur nicht mit angemessenen Strategien reagieren“, sagt Prof. Weber von der Universität Bonn. Es sei ganz erstaunlich, dass sich ein solch komplexes Verhalten möglicherweise auf eine einzige Gehirnstruktur zurückführen lässt. Normgeleitetes Verhalten sei eine wichtige Voraussetzung für funktionierende Gesellschaften, der dorsolaterale präfrontale Kortex sei ein Schlüssel dazu, so die Forscher. „Es gibt allerdings noch keine Möglichkeit, die Gehirnstruktur bei einer Unterfunktion langfristig zu steigern, um faires Verhalten zu befördern“, sagt Prof. Weber.

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