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Landwirtschaftsminister plant nationalen Tierschutz-Gipfel

Für einen besseren Tierschutz in Deutschland will Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) Tier- und Verbraucherschützer, Landwirte und Lebensmittelhändler an einen Tisch bringen.

Passau/Berlin (afp) – Für einen besseren Tierschutz in Deutschland will Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) Tier- und Verbraucherschützer, Landwirte und Lebensmittelhändler an einen Tisch bringen. „Um das Tierwohl konkret und sichtbar zu verbessern, müssen alle Akteure zusammenwirken“, sagte Schmidt der „Passauer Neuen Presse“ (PNP) vom Montag. Der Schwerpunkt seines Maßnahmenpakets, das er am Mittwoch in Berlin vorstellen werde, liege bei den Nutztieren, zitierte die Zeitung aus Ministeriumskreisen. Es umfasse aber auch einen besseren Schutz von Haus- und Versuchstieren.

Ihm sei eine sorgsame Tierhaltung in Deutschland wichtig, sagte Schmidt der Zeitung. „Masse muss nicht automatisch schlecht sein. Aber Megaställe mit zigtausenden Tieren laufen Gefahr, nicht mehr wirklich kontrollierbar und transparent zu sein“, gab er zu bedenken. „Das darf uns nicht aus dem Ruder laufen.“

Schmidt will sich in Zukunft von einem sogenannten Kompetenzkreis Tierwohl beraten lassen, in dem neben Tier- und Verbraucherschützern auch die gesamte Lebensmittelkette vom Erzeuger bis zum Handel vertreten ist, wie ein Ministeriumssprecher auf Anfrage von AFP bestätigte. Das begleitende Gremium soll am 6. Oktober zum ersten Mal tagen. Außerdem sei im Oktober ein großangelegtes Treffen zum Thema Tierschutz geplant. Voraussichtlich im Dezember werde zudem ein Kongress stattfinden.

Nach Angaben der „PNP“ soll im ersten Quartal 2015 ein Entwurf einer freiwilligen Vereinbarung zum Verzicht auf sogenannte „nichtkurative Eingriffe“ wie das Kürzen von Schweineschwänzen und Hühnerschnäbeln vorliegen. Ein gesetzliches Verbot behalte sich der Minister aber vor. „Falls sich bis 2015 kein Erfolg abzeichnet, werde ich eingreifen“, sagte Schmidt der Zeitung.