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440.000 Kleinbauern produzieren für Cotton made in Africa

Hilfe zur Selbsthilfe durch Handel lautet das Prinzip der Initiative Cotton made in Africa (CmiA). Und das scheint immer besser zu funktionieren. Wie die Aid by Trade Foundation (AbTF) in ihrem heute veröffentlichten Jahresbericht über ihre Initiative angibt, haben die Erlöse aus dem Lizenzverkauf erstmals die Millionengrenze überschritten.

Hamburg (csr-news) > Hilfe zur Selbsthilfe durch Handel lautet das Prinzip der Initiative Cotton made in Africa (CmiA). Und das scheint immer besser zu funktionieren. Wie die Aid by Trade Foundation (AbTF) in ihrem heute veröffentlichten Jahresbericht über ihre Initiative angibt, haben die Erlöse aus dem Lizenzverkauf erstmals die Millionengrenze überschritten.

„Unser Ziel ist es, das Leben von Tausenden Kleinbauern dauerhaft zu verbessern, die Umwelt in den Anbauregionen zu schützen und nachhaltig erzeugte Baumwolle im Massenmarkt zu etablieren“, schreibt AbTF-Geschäftsführer Johannes Merck im Vorwort des Jahresberichts, der sich auf das Geschäftsjahr 2013 bezieht. Ein Jahr, in dem man diesem Ziel ein deutliches Stück näher gekommen ist, auch wenn es weiterhin große Herausforderungen zu bewältigen gibt. Immerhin 80 Prozent der Einnahmen von CmiA stammen aus der wirtschaftlichen Tätigkeit, der Rest sind Spenden und öffentliche Zuschüsse. Einen wesentlichen Anteil daran haben die deutlich gestiegenen Lizenzeinnahmen. 1,06 Millionen Euro waren dies im vergangenen Jahr, mehr als 50 Prozent der Gesamteinnahmen. „Dieses positive Ergebnis zeigt, dass es uns gelingt, das Credo von Cotton made in Africa, Hilfe durch Handel und nicht durch Spenden zu leisten, zunehmend in die Tat umzusetzen“, sagt Tina Stridde, Sprecherin der Aid by Trade Foundation. „Immer mehr Unternehmen entscheiden sich bewusst dafür, Cotton made in Africa Baumwolle einzusetzen und ihre Produkte mit dem CmiA-Qualitätslabel auszuzeichnen. Dies ist ein Gewinn für alle – für die Bauern in Afrika genauso wie für die Konsumenten hier.“ 25 Millionen mit dem Siegel ausgezeichnete Textilien wurden im vergangenen Jahr von den Partnern der Nachfrageallianz auf den Markt gebracht. Dazu gehören neben großen Abnehmern wie die Otto-Group und Tchibo zahlreiche weitere bekannte Unternehmen, unter anderem C&A, Puma, Rewe und der Versender Bauer. Auch einige neue Partner sind 2013 dazugekommen, beispielsweise der Versender Hermes, der seine Pakteboten mit CmiA-gesiegelter Kleidung ausstattet.

CmiA_karte

Quelle: CmiA-Jahresbericht

Diese gute Entwicklung bei den Verkaufszahlen ist nicht zuletzt auf die Selbstverpflichtungen einiger Händler zurückzuführen, immer mehr nachhaltig angebaute Baumwolle einzukaufen. Manche Unternehmen wollen dies spätestens ab 2020 ausschließlich tun. Bei CmiA rechnet man deshalb mit weiter steigenden Verkaufsvolumen. Zumal die Abnehmer bislang hauptsächlich aus Deutschland stammen. Für die Zukunft soll der Verkauf international ausgeweitet werden, ein wichtiges Ziel aber auch eine große Herausforderung heißt es dazu im Bericht. Mit den Einnahmen leistet die Stiftung maßgebliche Beiträge zur Finanzierung der Trainings- und Kooperationsprojekte. Insgesamt waren im Jahr 2013 440.000 Kleinbauern nach den Kriterien der Stiftung verifiziert, 95% der Bauern profitierten zusätzlich von einer Vorfinanzierung ihrer Ausgaben für Saatgut oder Dünger. Im Rahmen der Kooperationsprojekte werden in den afrikanischen Projektgebieten Schulen gebaut, die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sichergestellt oder Frauenkooperativen unterstützt. Das Gesamtvolumen der Kooperationsprojekte betrug im Berichtsjahr 684.000 EUR.

Der vollständige Jahresbericht mit weiteren Details zum CmiA-System und einzelnen Projekten steht zum Download zur Verfügung.