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US-Gruppe prangert „Sklaverei“ in Malaysias Elektronikfirmen an

In Malaysia muss fast ein Drittel der 350.000 Arbeiter in der Elektronikindustrie unter solch elenden Bedingungen schuften, das Arbeitsrechtler von moderner Sklaverei sprechen.

Kuala Lumpur (afp) – In Malaysia muss fast ein Drittel der 350.000 Arbeiter in der Elektronikindustrie unter solch elenden Bedingungen schuften, das Arbeitsrechtler von moderner Sklaverei sprechen. Die US-Arbeitsrechteorganisation Verite veröffentlichte am Mittwoch eine Untersuchung, wonach besonders ausländische Arbeiter aus armen Ländern der Region wie Bangladesch oder Myanmar in einer „Spirale der Zwangsarbeit“ gefangen seien. Die malaysischen Fabriken sind wichtige Zulieferer für Konzerne wie Apple, Samsung und Sony. Konkrete Unternehmen werden in dem Bericht aber nicht genannt.

Verite befragte nach eigenen Angaben 501 Arbeiter in der Elektronikbranche im ganzen Land. Überall sei die Organisation auf Zwangsarbeit in erheblichem Ausmaß gestoßen: Alle produzierenden Regionen, alle Produkte und Arbeiter aller Nationalitäten seien betroffen, heißt es in dem Bericht. Mindestens 28 Prozent der Beschäftigten seien nicht in der Lage, sich aus ihren Arbeitsverhältnissen zu befreien. Insbesondere Einwanderer aus Indonesien, Nepal, Indien, Vietnam, Bangladesch und Myanmar müssten oft hohe Gebühren zahlen, um überhaupt eingestellt zu werden. Dafür verschuldeten sie sich – und müssten diese Schulden dann abarbeiten.

Solche Gebühren würden sowohl in Malaysia als auch in den Heimatländern der Migranten erhoben und wären oft höher als ein Monatslohn. Die ausländischen Arbeiter würden zudem falsche Angaben zu Arbeitsbedingungen, Löhnen und Kündigungsmöglichkeiten bekommen, erklärte Verite. Viele Arbeiter müssten etwa bei einer Kündigung Strafe zahlen.

Ein Großteil der ausländischen Arbeiter – 94 Prozent – wurden laut Umfrage gezwungen, den Pass abzugeben. Mehr als zwei Drittel der Befragten sagten, es sei für sie „unmöglich“, den Pass zurück zu bekommen. Viele Befragte gaben an, sie fühlten sich unter Druck gesetzt, Überstunden zu machen. 38 Prozent berichteten, sie müssten in überfüllten Räumen mit mehr als acht Leuten schlafen, und ihre Bewegungsfreiheit sei eingeschränkt.

Verite erklärte, die genannten Zahlen seien eine konservative Schätzung – das Ausmaß der „modernen Sklaverei“ vermutlich noch viel größer. Die malaysische Regierung und große Hersteller-Verbände äußerten sich zunächst nicht zu dem Vorwurf.

Auftraggeber der Untersuchung ist laut Verite die US-Regierung. In den Vereinigten Staaten ist der Import von Gütern verboten, die in Zwangsarbeit produziert wurden.

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