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CmiA-Stakeholderkonferenz: Mehr Wertschöpfung für afrikanische Baumwollproduktion

Afrikanische Länder wollen nicht nur Baumwolllieferanten sein, sondern ihre Rohstoffe selbst bis zum fertigen Textilprodukt weiterverarbeiten. „Wir haben die technischen Anlagen, Energie und geschulte Mitarbeiter“, sagte Kameruns Finanzminister Alamine Ousmane am Mittwoch in Köln. Unterstützung erhielt er von dem Botschafter Benins bei der EU, Charles Borromee Todjinou. Der Diplomat forderte einen „Prozess, afrikanisches Rohmaterial in Afrika zu verarbeiten – für eine höhere Wertschöpfung.“

Köln (csr-news) – Afrikanische Länder wollen nicht nur Baumwolllieferanten sein, sondern ihre Rohstoffe selbst bis zum fertigen Textilprodukt weiterverarbeiten. „Wir haben die technischen Anlagen, Energie und geschulte Mitarbeiter“, sagte Kameruns Finanzminister Alamine Ousmane am Mittwoch in Köln. Unterstützung erhielt er von dem Botschafter Benins bei der EU, Charles Borromee Todjinou. Der Diplomat forderte einen „Prozess, afrikanisches Rohmaterial in Afrika zu verarbeiten – für eine höhere Wertschöpfung.“

Die afrikanischen Politiker sprachen auf der 6. Stakeholderkonferenz der Initiative „Cotton made in Africa“ (CmiA), die durch Handel die Lebensbedingungen von Baumwollkleinbauern in Subsahara Afrika verbessern will. Die Überwindung der Armut sei eine der großen Herausforderungen seines Landes, so der Finanzminister Kameruns. Dabei komme der wirtschaftlichen Entwicklung eine große Bedeutung zu. „Die Baumwoll-Industrie spielt eine Schlüsselrolle in unserer Gesellschaft“, sagte Ousmane. Sein Land habe in die Infrastruktur investiert und die Modernisierung des Bankensektors stehe im Fokus. Baumwollbauern und die Industrie seien auf verlässliche Finanzierungsquellen angewiesen. Der CmiA spendete der Minister viel Lob. „Ich bin überzeugt, dass die Cotton made in Africa-Initiative zur richtigen Zeit hier ist“, sagte Ousmane. Er hoffe, dass die Initiative in seinem Land „eine Erfolgsgeschichte wird, der andere Länder folgen“.

Cotton made in Africa ist eine Initiative der vom Hamburger Unternehmer Michael Otto initiierten Aid by Trade Foundation. Sie will nachhaltig produzierte Baumwolle in den Massenmarkt bringen und Baumwollkleinbauern eine „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglichen. Etwa 20 Textilunternehmen vertreiben Textilien mit dem Label Cotton made in Africa und zahlen dafür eine Lizenzgebühr, darunter die Otto Group, S.Oliver, Tom Tailor, Puma und Tchibo. Kleinbauern werden in effizienteren Anbaumethoden geschult, um durch höhere Ernteerträge ihr Einkommen verbessern zu können. Zudem fördert die Stiftung gemeinnützige Projekten wie den Ausbau der schulischen Infrastruktur. In Kamerun profitieren 226.000 Kleinbauern und ihre Familien von dem Programm.

Keine Abstriche bei Qualität und Design

Dass die Produktion von ökologisch und ethisch korrekt produzierten Textilien nicht mit Abstrichen bei Qualität und Design einhergehen darf, betonte der Geschäftsführer der Gerhard Rösch GmbH, Andreas Söffker. Allerdings gebe es genug Gründe für den Handel, sich um mehr Nachhaltigkeit zu bemühen. „Textilen zu kaufen, ist nicht mehr wirklich sexy“, sagte Söffker. Kunden wollten mit ihrer Kleidung Menschen aus ihrem Umfeld gefallen – und ernteten Fragen nach der Herkunft und den Produktionsbedingungen ihres Neuerwerbs.

Es gehe um Glaubwürdigkeit bei der Produktion und in der Kommunikation, wobei auch letztere für Söffker eine große Rolle spielt. „Wir kombinieren lokale und globale Themen“, so der Geschäftsführer zu den Events seines Unternehmens: etwa die Förderung eines Frauenhauses vor Ort mit der Unterstützung für Cotton made in Africa.

Kreativ Nachhaltiges aus Mosambik

Präsentiert wurde auf der Veranstaltung eine Modenschau des Labels Mima-te aus Mosambik – als ein Blick auf junge afrikanische Modedesigner. Die Zwillingsschwestern Nelly und Nelsa Guambe stehen als kreative Köpfe hinter dem 2012 gegründeten Upcycling-Label: Sie fertigen aktuelle Mode aus Kleidungsstücken, die sie auf Altkleidermärkten in ihrer Heimatstadt Maputo erwerben. Verarbeitet wird dabei keinesfalls nur Baumwolle, aber: Cotton Made in Africa stellte den beiden Designerinnen Kleidungsstücke aus dem Musterraum zur Verfügung, die ebenfalls einen „Relaunch“ erfuhren. Bisher verkaufen die beiden Schwestern ihre Mode ausschließlich in Maputo, der Hauptstadt von Mosambik. Das soll sich ändern: „Wir sind offen für neue Verkaufspunkte, sagte Nelly Guambe nach der Schau – gerne auch in Deutschland.

Das Label aus Mosambik im Internet:
www.mimate-maputo.com

Cotton Made in Africa im Internet:
www.cotton-made-in-africa.com

Bilder der Modenschau in Köln >> auf Pinterest

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