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BUND warnt vor hormonell wirksamen Chemikalien in Kosmetika

Berlin (afp) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mahnt Verbraucher zur Sorgfalt bei der Auswahl von Kosmetikprodukten. Eine Überprüfung von rund 21.000 Produkten habe ergeben, dass 18 Prozent – also etwa jedes fünfte Produkt – hormonell wirksame Stoffe enthalte, teilte der BUND am Dienstag mit. Dies sei „weiterhin zu viel“, erklärte Chemikalien-Expertin Ulrike Kallee. Die meisten Menschen nutzten jeden Tag viele verschiedene Kosmetika, „deren Inhaltsstoffe als Chemikaliencocktail im Körper wirken können“.

In der Auswertung seien am häufigsten Parabene als hormonell wirksame Chemikalien gefunden worden. Sie würden in vielen Körperpflegemitteln als Konservierungsmittel eingesetzt. Hormonell wirksame Chemikalien wirken laut BUND wie natürliche Hormone. Sie seien „meist nicht akut giftig“, könnten jedoch Entwicklungsprozesse stören. Föten im Mutterleib, Kleinkinder und Pubertierende würden besonders empfindlich darauf reagieren.

Der BUND testete die Produkte für seine Smartphone-App „Tox-Fox“. Mit dieser App können Verbraucher über das Einscannen des Barcodes belastete Produkte erkennen und sich mit Protestmails an den Hersteller wenden. Die Datenbank gibt inzwischen Auskunft über 80.000 Körperpflegeprodukte wie Shampoos, Cremes, Lippenstifte und Rasierschaum. Davon sind laut BUND 27 Prozent mit hormonell wirksamen Chemikalien belastet.