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Gen-Soja von Monsanto führt zu Ausbreitung von Schädlingen

Die in der Europäischen Union zugelassene, gentechnisch veränderte Soja-Sorte Intacta des US-Konzerns Monsanto kann laut einer mit Beteiligung von Monsanto-Mitarbeitern erstellten Studie die Ausbreitung bestimmter Schädlinge befördern.

Berlin (afp) – Die in der Europäischen Union zugelassene, gentechnisch veränderte Soja-Sorte Intacta des US-Konzerns Monsanto kann laut einer mit Beteiligung von Monsanto-Mitarbeitern erstellten Studie die Ausbreitung bestimmter Schädlinge befördern. Dies berichtete die Organisation Testbiotech am Donnerstag in Berlin. Demnach seien die Ursache dafür ungewollte Effekte, die durch die gentechnische Veränderung der Pflanze verursacht wurden.

Laut Testbiotech stellten brasilianische Wissenschaftler zusammen mit Monsanto-Mitarbeitern fest, dass bestimmte Schädlinge, die im Soja-Anbau zu erheblichen Schäden führen können, sich schneller entwickeln und länger leben, wenn ihre Raupen von den gentechnnisch veränderten Pflanzen fressen. In der Publikation heiße es: “Unsere Ergebnisse sollten als Alarm interpretiert werden, dass der Befall mit S.eridania auf Feldern mit Bt-Sojabohnen zunehmen kann.” Nach Empfehlung von Monsanto sollten auf Feldern mit Gentechnik-Soja zusätzlich Nützlinge ausgebracht werden, um die Raupen in Schach zu halten.

Testbiotech-Experte Christoph Then erklärte, die Ergebnisse überraschten nicht. “Bei der Risikoprüfung gentechnisch veränderter Pflanzen tauchen regelmäßig Hinweise auf ungewollte Effekte auf, die wohl durch den Vorgang der gentechnischen Veränderung verursacht werden. Diese werden aber fast nie genauer untersucht.” Then forderte die EU auf, die Zulassung für das Soja zu widerrufen. Es gebe offensichtlich Bedarf für eine Neubewertung und für weitere Untersuchungen.