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US-Gewerkschaft gründet Ortsgruppe in Daimler-Werk Tuscaloosa

Die US-Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) hat zusammen mit der deutschen Gewerkschaft IG Metall im Daimler-Werk Tuscaloosa eine Ortsgruppe zur Vertretung der 3400 Arbeiter der Fabrik gegründet.

Detroit (afp) – Die US-Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) hat zusammen mit der deutschen Gewerkschaft IG Metall im Daimler-Werk Tuscaloosa eine Ortsgruppe zur Vertretung der 3400 Arbeiter der Fabrik gegründet. „Dies ist die Gründung einer örtlichen Gewerkschaft, die zum Verhandlungsvertreter der Arbeiter in diesem Werk werden wird“, sagte der UAW-Schatzmeister Gary Casteel am Freitag. Die Produktionsanlage im südlichen US-Bundesstaat Alabama war bislang das einzige Werk von Mercedes Benz ohne Gewerkschaftspräsenz. Die UAW versucht seit der Werksgründung vor 20 Jahren, die Arbeiter dort zu organisieren.

Die IG Metall forderte am Samstag „echte Mitbestimmung und eine wirksame Arbeitnehmervertretung“. „Wir erwarten, dass die Unternehmensleitung mit der Local der UAW konstruktiv zusammenarbeitet. Mitbestimmung und Gewerkschaftsrechte müssen an den weltweiten Standorten deutscher Unternehmen zur Selbstverständlichkeit werden“, sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, in Tuscaloosa. Casteel sagte, die UAW und die IG Metall würden Druck auf Mercedes Benz ausüben, die neu gegründete Gewerkschaftsgruppe als Verhandlungspartner anzuerkennen.

Hofmann betonte, es dürfe nicht sein, dass deutsche Unternehmen die Rechtslage in den USA ausnutzten und „den Beschäftigten in den USA nur Mitbestimmungsrechte zweiter Klasse“ zubilligten. Laut IG Metall haben die USA bislang nur zwei Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ratifiziert. Das Vereinigungsrecht und das Recht auf Kollektivverhandlungen gehörten nicht dazu.

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