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IG Metall warnt vor Gefahren der digitalisierten Arbeitswelt

Zum Welttag für menschenwürdige Arbeit haben die IG Metall und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) neue gesetzliche Rahmenbedingungen in der digitalisierten Arbeitswelt gefordert und die vielen befristeten Arbeitsverträge angeprangert. „Die Zukunft der Arbeit ist digital, die Gefahren für Beschäftigte sind heute schon real“, erklärte der IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel.

Frankfurt/Main (afp) – Zum Welttag für menschenwürdige Arbeit haben die IG Metall und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) neue gesetzliche Rahmenbedingungen in der digitalisierten Arbeitswelt gefordert und die vielen befristeten Arbeitsverträge angeprangert. Die IG Metall verwies am Dienstag in Frankfurt am Main auf die Gefahren, die in der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt lauerten. „Die Zukunft der Arbeit ist digital, die Gefahren für Beschäftigte sind heute schon real“, erklärte der IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel mit Blick auf Online-Dienste wie den Taxi-Konkurrenten Uber oder digitale Arbeitsbörsen. Viele der neuen Online-Plattformen verlagerten „alle Risiken“ auf die Beschäftigten, während „alle Gewinne“ in den Unternehmen blieben.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte in der Vergangenheit mehrmals vor den Gefahren digitaler Wirtschaftsformen gewarnt. Die Gewerkschafter befürchten neue Formen prekärer Selbstständigkeit. Online-Vermittler von Dienstleistungen wie etwa der Reinigungsservice „helpling.de“ vermitteln Menschen, die auf eigene Rechnung arbeiten. Sie treten einen bestimmten Prozentsatz ihrer Einnahmen an die Vermittlungsplattform ab und tragen die Kosten für die Sozialversicherung selbst.

IG-BAU-Vorstand Ulrike Lau forderte, die große Koalition solle „den Missbrauch der sachgrundlosen Befristung endlich unterbinden“. Insbesondere Frauen litten unter den Folgen immer wieder neu befristeter Arbeitsverträge. Aus Sorge um die Verlängerung ihres Vertrags würden Arbeitnehmer ihre tariflichen Rechte oft nicht einfordern.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist der Anteil befristeter Arbeitsverträge in Deutschland insgesamt von 5,8 Prozent 1991 auf 8,6 Prozent 2012 gestiegen. Besonders häufig erhalten Beschäftigte zwischen 25 und 34 Jahren diese Art von Verträgen.