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Monopolkommission warnt vor Tengelmann-Verkauf an Edeka

Der Vorsitzende der Monopolkommission, Daniel Zimmer, hat vor einem Verkauf der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann an Edeka gewarnt. „Seit langem ist im Lebensmittel-Einzelhandel ein bedenklicher Spiraleffekt zu beobachten: Die großen Handelsunternehmen erzielen im Einkauf Vorzugskonditionen, die sie beim Weiterverkauf in immer weiter steigende Marktanteile ummünzen können“, sagte Zimmer.

Berlin (afp) – Der Vorsitzende der Monopolkommission, Daniel Zimmer, hat vor einem Verkauf der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann an Edeka gewarnt. „Seit langem ist im Lebensmittel-Einzelhandel ein bedenklicher Spiraleffekt zu beobachten: Die großen Handelsunternehmen erzielen im Einkauf Vorzugskonditionen, die sie beim Weiterverkauf in immer weiter steigende Marktanteile ummünzen können“, sagte Zimmer dem Berliner „Tagesspiegel“ (Mittwochsausgabe). Je weniger unabhängige Händler am Markt blieben, desto schwerer falle es Produktherstellern, der Verhandlungsmacht der großen Handelsunternehmen auszuweichen.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) bestätigte diese Einschätzung. Schon die bestehende Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel sei „eine Herausforderung für die Hersteller“, da sie zu einem harten Wettbewerb und fehlenden alternativen Absatzmöglichkeiten führt“, sagte Stefanie Lehmann von der BVE der Zeitung. Eine Verschärfung dieser Situation belaste überwiegend die kleinen und mittelständischen Unternehmen der Ernährungsindustrie.

Edeka will die 450 Filialen von Kaiser’s Tengelmann in Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen zum 30. Juni 2015 kaufen. Der Marktanteil entspricht den Angaben von Tengelmann zufolge 0,6 Prozent. Edeka-Chef Markus Mosa betonte, die Konzentration von Edeka-Märkten in diesen Bundesländern werde „nicht signifikant“ zunehmen. Das Kartellamt muss den Verkauf genehmigen.

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