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Friedensnobelpreis für Kämpfer gegen Kinderarbeit

Der indische Kinderrechtsaktivist Kailash Satyarthi erhält gemeinsam mit der 17-jährigen pakistanischen Bildungsaktivistin Malala Yousufzai den diesjährigen Friedensnobelpreis. Der 60-Jährige Satyarthi engagiert sich in Indien seit Jahrzehnten gegen Kinderarbeit und für das Recht auf Bildung.

Oslo (csr-news) – Der indische Kinderrechtsaktivist Kailash Satyarthi erhält gemeinsam mit der 17-jährigen pakistanischen Bildungsaktivistin Malala Yousufzai den diesjährigen Friedensnobelpreis. Das gab das Friedensnobelpreiskomitee heute in Oslo bekannt. Der 60-Jährige Satyarthi engagiert sich in Indien seit Jahrzehnten gegen Kinderarbeit und für das Recht auf Bildung.

In den 80er Jahren gründete Satyarthi die Bewegung Bachpan Bachao Andolan (Rettet die Kindheit). 1989 war er an der Gründung des Südasiatischen Bündnisses gegen Kindersklaverei (South Asian Coalition on Child Servitude – SACCS) geteiligt. Seit 1992 ist der heutige Friedensnobelpreisträger Vorsitzender des SACCS mit inzwischen über 470 Partnerorganisationen in Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesh, Bhutan und Sri Lanka. Maßgeblich beteiligt war Satyarthi zudem 1994 an der Einführung des Rugmark-Kontrollsiegels, das Teppiche aus Betrieben ohne Kinderarbeit auszeichnet, sowie an der Gründung von zwei Rehabilitationszentren für ehemalige Kindersklaven: „Mukti Ashram“ in Delhi und „Bal Ashram“ in Jaipur. 1998 organisierte der Aktivist den „Weltweiten Marsch gegen Kinderarbeit“, der durch Asien, Afrika, Amerika, Australien bis nach Europa führte. Am Zielpunkt des Marsches, in Genf, sprach Satyarthi vor der 86. ILO-Konferenz.

Das Nobelkomitee würdigte den „persönlichen Mut“ des Aktivisten, der mit seinen Protesten in der Tradition Gandhis stehe. Auf seiner persönlichen Website www.kailashsatyarthi.net wird Satyarthi als ein in der Tradition von Mahatma Gandhi und dessen Konzept Satyagraha stehender „Wahrheitssuchender“ bezeichnet. Zu der Familie des in Neu Delhi lebenden Preisträgers zählen neben seiner Frau, seiner Tochter und seinem Sohn auch Kinder, die er und seine Organisation aus sklavenähnlicher Arbeit befreit haben.

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