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Palmölriese Sime Darby will nachhaltigen Hersteller kaufen

Einer der weltweit größten Palmölproduzenten, Sime Darby aus Malaysia, will den nachhaltig wirtschaftenden Konkurrenten New Britain Palm Oil (NBPOL) in Papua-Neuguinea kaufen. Sime Darby biete umgerechnet 1,3 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Im Falle einer Übernahme fordert der WWF den Beitritt von Sime Darby zur Palm Oil Innovators Group.

Kuala Lumpur (afp/csr-news) – Einer der weltweit größten Palmölproduzenten, Sime Darby aus Malaysia, will den nachhaltig wirtschaftenden Konkurrenten New Britain Palm Oil (NBPOL) in Papua-Neuguinea kaufen. Sime Darby biete umgerechnet 1,3 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Nachfrage nach Palmöl steigt weltweit. Es steckt in Margarine, Chips, Kuchen und Schokoriegeln, aber auch in Shampoos und Cremes.

Malaysia ist das größte Anbauland der Welt, Sime Darby flächenmäßig der größte börsennotierte Palmölproduzent der Welt. NBPOL ist an der Londoner Börse notiert und beliefert hauptsächlich den europäischen Markt. Das Management von NBPOL habe der Übernahme bereits zugestimmt, erklärte Sime Darby.

Der Konzern hat ein schlechtes Image. Umweltorganisationen kritisieren, für den Anbau neuer Ölpalmen-Plantagen würden Regenwälder vernichtet und dabei klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt. Illegale Brandrodungen belasteten die Luftqualität, eine Vernichtung von Regenwäldern schädigt die Biodiversität.

Die Kritik an der Palmölproduktion hatte 2004 zur Gründung der Organisation RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) geführt. Das von RSPO zertifizierte Öl wird auf Plantagen produziert, die laut Organisation soziale und umweltrelevante Kriterien berücksichtigen und unabhängig kontrolliert werden. Mitglieder sind neben Naturschutzorganisationen Ölpalmenpflanzer, Palmölverarbeiter, Händler sowie Banken und Investoren. Kritiker monieren die Auflagen des RSPO aber als zu schwach – bei Landraub, Vertreibung indigener Völker und der Zerstörung von Primär-Regenwald seien keine wirkungsvollen Strafen vorgesehen; riesige Ölpalmen-Plantagen in Monokultur könnten per se nicht nachhaltig sein. Innerhalb des RSPO formierte sich 2013 eine Gruppe von Unternehmen und NGOs, denen die Kriterien und Prinzipien des Runden Tisches nicht weit genug gehen: die Palm Oil Innovators Group.

„New Britain ist einer von bisher nur drei Palmöl-Produzenten, die Mitglied in der Palm Oil Innovators Group sind und sich damit ökologische und soziale Kriterien auferlegt haben, die über den Runden Tisch für Palmöl hinaus gehen“, so die WWF-Expertin Ilka Petersen gegenüber CSR NEWS. Falls sich die Planungen bestätigten, sei die Forderung des WWF klar: „Eine eventuelle Übernahme darf die Ausrichtung von New Britain nicht verändern oder gefährden. Im Gegenteil: Sime Darby muss sich die Entwicklung von New Britain zum Vorbild nehmen und jetzt ebenfalls der Palm Oil Innovators Group beitreten und die ökologischen und sozialen Kriterien der Gruppe auf allen Plantagen umsetzt.“

Der Lexikoneintrag Palmöl im www.csr-knowledge.net

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