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Sustainable Investment: Eindeutige Kommunikation und eindeutiges Handeln gefragt

Unternehmen sollen nach dem Grundsatz der Wesentlichkeit entscheiden, welche Anspruchsgruppen für sie wichtig sind. Robert G. Eccles, Professor an der Harvard Business School, sagte am Donnerstag in Berlin: „Wenn eine Zielgruppe wesentlich ist, dann sind andere es nicht.“ Darüber müsse der Vorstand entscheiden. Eccles weiter: „Sie können sich nicht um jeden kümmern.“ Andere Redner des Panels auf der 6. Internationalen CSR-Konferenz in Berlin äußerten sich kritisch zu den Principles of Responsible Investment (PRI).

Berlin (csr-news) – Unternehmen sollen nach dem Grundsatz der Wesentlichkeit entscheiden, welche Anspruchsgruppen für sie wichtig sind. Robert G. Eccles, Professor an der Harvard Business School, sagte am Donnerstag in Berlin: „Wenn eine Zielgruppe wesentlich ist, dann sind andere es nicht.“ Darüber müsse der Vorstand entscheiden. Eccles weiter: „Sie können sich nicht um jeden kümmern.“ Andere Redner des Panels auf der 6. Internationalen CSR-Konferenz in Berlin äußerten sich kritisch zu den Principles of Responsible Investment (PRI).

Der Gast aus Harvard rief dazu auf, dass Unternehmen ihre Materiality-Entscheidungen klar kommunizieren: „Seien Sie eindeutig in der Frage, wer die wichtigsten Zielgruppen sind.“ Der „Grundsatz der Wesentlichkeit“ tauche zwar in den meisten großen Regelwerken zur Nachhaltigkeitsberichterstattung auf, aber es fehle an scharfen Definitionen. Eccles kritisierte zugleich die Unternehmensberichterstattung zu Nachhaltigkeitsthemen: „Es gibt viel Greenwashing von Unternehmen und Investoren.“

Persönlicher Eindruck zählt

Für Ingo Speich, Senior Portfoliomanager bei Union Investment, sind die Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen nicht ausschlaggebend. „Ich investiere nur in ein Unternehmen, wenn ich das Management persönlich kenne“, sagte Speich. Das persönliche Gespräch ermöglicht ein Verständnis dafür, wie das Management über Nachhaltigkeit denkt und diese implementieren will; Briefe könnten von anderen Mitarbeitern beantwortet werden. Zudem verfolgt der Portfoliomanager die Performance eines Unternehmens anhand von Key Performance Indikatoren (KPI).

Kritisch äußerte sich Speich zu den UN Principles of Responsible Investment (PRI). Diese seien inzwischen von vielen Investoren unterzeichnet worden. Ob es die PRI auch in zehn Jahren noch geben werde, entscheidet sich mit daran, ob sie sich zu einer Plattform entwickeln könnten, auf der Nachhaltigkeitsthemen diskutiert und ihre Entwicklung in Unternehmen verfolgt werden könnten.

Auch Katherine Garrett-Cox, CEO der Investmentgesellschaft Alliance Trust, äußerte sich zu den PRI: „Einige Unternehmen haben die PRI unterzeichnet – und tun nichts“, sagte Garrett-Cox. „Das alleine reicht nicht.“ Es fehle an Dialogen und klaren Standards. Ein nachhaltiges Investment brauche langfristige Perspektiven. Garrett-Cox: „Die Welt heute hat zu viele Short Term Investoren.“ Investment-Gesellschaften müssten auf dem Weg zu nachhaltigen Investitionen einerseits ihre Bestandskunden mitnehmen und andererseits attraktiv für eine kommende Generation von Privatinvestoren werden.

Zugleich berichtete Garrett-Cox, dass ihre Gesellschaft auf aktuelle Entwicklungen reagiere. So habe sie nach dem Fabrikeinsturz in Bangladesch mit über 1000 Toten im vergangenen Jahr Textilunternehmen mit der Frage angeschrieben, wie diese Sicherheitsaspekte in ihrer Lieferkette verbessern wollen.

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