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Bei Crowdinvestment droht Verbrauchern Totalverlust: Gefahren bei Geldanlage auf Crowdfunding-Plattformen

Wie schnell sich per Crowdfunding im Internet Geld verdienen lässt, zeigt das Beispiel von Zack Danger Brown: Im Juli startete der US-Bürger auf der Online-Plattform Kickstarter ein Kartoffelsalat-Projekt. Das als Schnapsidee begonnene Unterfangen brachte ihm binnen eines Monats umgerechnet mehr als 43.000 Euro ein: Knapp 7000 Menschen “investierten” in seinen Kartoffelsalat. Brown organisierte ein kostenloses “Kartoffel-Festival” und spendete die Einnahmen. Solch positive Schlagzeilen machen Projekte von Crowdfunding-Plattformen nicht immer. In dieser Geldanlage schlummern Gefahren für Verbraucher.

Berlin (afp) – Wie schnell sich per Crowdfunding im Internet Geld verdienen lässt, zeigt das Beispiel von Zack Danger Brown: Im Juli startete der US-Bürger auf der Online-Plattform Kickstarter ein Kartoffelsalat-Projekt. Das als Schnapsidee begonnene Unterfangen brachte ihm binnen eines Monats umgerechnet mehr als 43.000 Euro ein: Knapp 7000 Menschen “investierten” in seinen Kartoffelsalat. Brown organisierte ein kostenloses “Kartoffel-Festival” und spendete die Einnahmen. Solch positive Schlagzeilen machen Projekte von Crowdfunding-Plattformen nicht immer. In dieser Geldanlage schlummern Gefahren für Verbraucher.

Von Michael Rebmann

Was ist Crowdinvesting?

Der Begriff Crowdinvesting bezeichnet die Finanzierung eines Projekts mit Hilfe vieler Unterstützer, der “Crowd”. Die Projekte werden üblicherweise auf einer Internet-Plattform präsentiert. Anleger können Geld in Projekte, Produkte oder Geschäftsideen stecken, die ihnen unterstützenswert erscheinen. Im Erfolgsfall können diese dann verwirklicht werden und werfen Rendite ab. Kommt nicht genug Kapital für ein Projekt zusammen, bekommen Anleger ihr Geld zurück.

Um welche Geschäftsmodelle geht es?

Bei Unternehmungen, die sich per “Crowd” finanzieren, handelt es sich oft um gemeinnützige oder künstlerische Projekte. Bei Unternehmen aber geht es oft um “Start-Ups ohne bewährtes Geschäftsmodell”, sagt Volker Schmidtke von der Verbraucherzentrale Berlin. Sie bergen demnach ein “hohes Insolvenzrisiko”: Die Gefahr des Totalverlustes schwinge immer mit. Anleger sollten sich die Frage stellen: “Kann ich es mir leisten, die eingesetzten Gelder vollständig zu verlieren?”

Wie wird mein Geld angelegt?

Gefahren liegen in der Art der Beteiligungen: Diese würden in vielen Fällen als sogenannte “partiarische Nachrangdarlehen” angeboten, sagt Schmidtke. Dabei wird der Anleger zum Kreditgeber. Geht ein über eine Online-Plattform gegründetes Unternehmen insolvent, hat der Anleger das Nachsehen: “Nachrangdarlehen bedeutet, dass das Darlehen im Insolvenzfall nachrangig zu anderen Gläubigern zurückgezahlt wird.”

Werden die Projekte kontrolliert?

Die Finanzaufsicht überprüft viele Geldanlage-Formen. Im Fall der Nachrangdarlehen ist das allerdings anders. Eine staatliche Kontrolle gibt es nicht.

Und wenn ich trotzdem investieren will?

Verbraucher finden im Internet unter www.crowdfunding.de/plattformen/ einen Überblick deutscher Crowdfunding-Angebote.

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