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Umweltverbände fordern strengeren Wasserschutz

Das Grundwasser in Deutschland muss nach Ansicht von Umweltverbänden durch eine strengere Düngeverordnung besser geschützt werden. Die Qualität des Grundwassers, aus dem drei Viertel des Trinkwassers gewonnen werde, sinke wegen einer steigenden Nitratbelastung rapide.

Berlin (afp) – Das Grundwasser in Deutschland muss nach Ansicht von Umweltverbänden durch eine strengere Düngeverordnung besser geschützt werden. Die Qualität des Grundwassers, aus dem drei Viertel des Trinkwassers gewonnen werde, sinke wegen einer steigenden Nitratbelastung rapide, warnten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Greenpeace, Grüne Liga, Naturschutzbund Deutschland (Nabu), WWF und der Deutsche Naturschutzring (DNR) am Donnerstag in Berlin.

Bund und Länder müssten Agrarbetrieben, die zu viel Gülle auf zu wenig Fläche ausbrächten, deutlich machen, dass sie gegen EU-Recht verstießen, forderten die Verbände. Schließlich sei Trinkwasser das wichtigste Lebensmittel für Mensch und Tier. Der Schutz des Grundwassers vor Belastungen aus der Agrarindustrie sei deshalb ein Gebot der Vernunft. Die Bundesregierung müsse schnellstens einen Verordnungsvorschlag für einen umfassenden Wasserschutz vorlegen, der den EU-Richtlinien entspreche.

Ein wichtiges Instrument für einen besseren Schutz des Wassers könne eine vollständige Input-Output-Bilanz für alle landwirtschaftlichen Betriebe sein. Damit könnten gezielt Betriebe ermittelt werden, die besonders hohe Überschüsse an Nitrat und Phosphat verursachten. Schon heute entstünden durch die Überdüngung aus der intensiven Agrarwirtschaft Kosten von bis zu 25 Milliarden Euro pro Jahr für die Sicherung sauberen Trinkwassers. Diese Kosten würden derzeit nicht die Verursacher, sondern die Verbraucher tragen. Hinzu kämen Strafzahlungen an die EU, wenn Bund und Länder weiter gegen die EU-Vorgaben für den Wasserschutz verstoßen sollten.

Bund und Länder hätten den Wasserschutz in den vergangenen Jahren aufgeweicht, kritisierten die Verbände. Kontrollen seien gelockert und Bußgelder abgeschafft worden. Dadurch seien „Mega-Mastanlagen“ nach Deutschland gelockt worden, die massiv zur Überdüngung beitrügen, die sich auch auf die Meere auswirke.

Deutschland ist nach den Vorgaben der EG-Nitratrichtlinie verpflichtet, die Düngeverordnung in vierjährigen Abständen auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Die EU-Kommission hatte Deutschland im Juli erneut ermahnt, mehr gegen die Wasserverschmutzung zu tun. Die novellierte Düngeverordnung könnte nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums im Sommer 2015 in Kraft treten. Derzeit laufen die Ressortabstimmungen, wie eine Ministeriumssprecherin sagte.