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Madrid will Erdölbohrungen vor Kanarischen Inseln durchsetzen

Die spanische Regierung will Erdöl- und Erdgasbohrungen vor den Kanarischen Inseln gegen den Widerstand von Umweltschützern und der Regionalregierung durchsetzen.

Madrid (afp) – Die spanische Regierung will Erdöl- und Erdgasbohrungen vor den Kanarischen Inseln gegen den Widerstand von Umweltschützern und der Regionalregierung durchsetzen. Am Freitag unterzeichnete der Ministerrat in Madrid die erforderlichen Unterlagen für eine Berufung beim Verfassungsgericht gegen ein von den Bohrungsgegnern für den 23. November geplantes Referendum über das Projekt. Die Regionalregierung der Kanaren legte daraufhin die Vorbereitungen für die Abstimmung auf Eis.

Die Regionalregierung der Kanaren sei nicht dazu berechtigt, derartige Volksabstimmungen abzuhalten, sagte die stellvertretende Regierungschefin Soraya Saenz nach einer Kabinettssitzung. Die Befugnis für solche Abstimmungen liege einzig bei der Zentralregierung in Madrid.

Die Regionalregierung erklärte daraufhin, die Planungen für das Referendum vorerst auszusetzen. Sie äußerte sich dennoch zuversichtlich, dass das Gericht die Berufung ablehne, da die Abstimmung „vollkommen legal“ sei und „in keiner Weise“ gegen die spanische Verfassung verstoße.

Mitte August hatte die Madrider Regierung dem spanischen Konzern Repsol die Genehmigung für Probe-Ölbohrungen rund 50 Kilometer vor den Inseln Lanzarote und Fuerteventura erteilt. Einwohner und Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace, WWF und Birdlife kritisierten das Vorhaben als schwere Bedrohung für Umwelt und Tourismus, die wichtigste Einnahmequelle der Kanaren.

Am vergangenen Samstag hatten tausende Menschen auf mehreren Inseln des Archipels gegen die Repsol-Pläne demonstriert. Die Kanaren liegen gut hundert Kilometer westlich von Marokko im Atlantik. Sie werden jährlich von Millionen Touristen besucht.

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