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Oxfam ruft zum Kampf gegen soziale Ungleichheit auf

Die britische Hilfsorganisation Oxfam beklagt eine wachsende soziale Ungleichheit. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 habe sich die Zahl der Milliardäre weltweit mehr als verdoppelt.

London (afp) – Die britische Hilfsorganisation Oxfam beklagt eine wachsende soziale Ungleichheit. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 habe sich die Zahl der Milliardäre weltweit mehr als verdoppelt, teilte Oxfam am Mittwoch in einem neuen Bericht mit. Inzwischen verfügten 1645 Menschen über eine solches Vermögen. Gleichzeitig wachse in den meisten Ländern die Kluft zwischen Arm und Reich.

Mit Unterstützung des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan und des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph Stiglitz will Oxfam die internationale Gemeinschaft zu mehr Engagement im Kampf gegen die ungerechte Verteilung des Reichtums in der Welt bewegen. Das Wohlstandsgefälle zwischen einzelnen Staaten sei zwar in den vergangenen 14 Jahren zurückgegangen, hieß es in dem Bericht. Entscheidend sei aber die soziale Ungleichheit innerhalb eines Landes: „Die Ärmsten müssen sehen, wie sie zurechtkommen, während ihre Nachbarn in Wohlstand leben.“

Einige wenige Menschen häuften immer mehr Reichtum an, beklagte Oxfam. Demnach wächst allein das Vermögen der 85 reichsten Menschen der Welt täglich um 668 Millionen Dollar (524 Millionen Euro). Wirtschaftsnobelpreisträger Stiglitz warnte, dass das Ausmaß der Ungleichheit Wirtschaft und Gesellschaft schädige und „unsere Politik untergräbt“.

Oxfam fordert unter anderem, neben Einkommen auch Vermögen angemessen zu besteuern. Zudem müssten Steuerschlupflöcher gestopft und Mindestlöhne angehoben werden.