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Gehalt: Gleichberechtigung auf dem Prüfstand

Gemeinsam mit der WageIndicator Foundation startet das Karriereportal Monster eine neue Serie zum Thema Gehalt: die Wage Index Reports. Inhalt dieser Reports ist die Analyse von Gehaltsstrukturen in Europa und in den USA hinsichtlich regionaler Unterschiede, Branchen und anderen vergleichbaren Faktoren. Zum Auftakt der Reihe widmet sich der Report dem Thema „Geschlechterunterschiede“.

Eschborn (csr-news) > Gemeinsam mit der WageIndicator Foundation startet das Karriereportal Monster eine neue Serie zum Thema Gehalt: die Wage Index Reports. Inhalt dieser Reports ist die Analyse von Gehaltsstrukturen in Europa und in den USA hinsichtlich regionaler Unterschiede, Branchen und anderen vergleichbaren Faktoren. Zum Auftakt der Reihe widmet sich der Report dem Thema „Geschlechterunterschiede“.

Während viele in Europa und den Vereinigten Staaten glauben, dass sich die Gehälter von Männern und Frauen annähern, offenbaren die Ergebnisse des Wage Index eine andere Realität: Frauen werden in der Belegschaft zwar zunehmend präsenter, auch in Führungspositionen, allerdings erhalten sie nicht dieselben Gehälter wie ihre männlichen Kollegen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Einkommen – international gesehen – von Frauen durchschnittlich zwischen 22 und 29 Prozent niedriger ist als das von Männern. In Deutschland lebende Männer in leitenden Positionen erhalten z.B. durchschnittlich 16 Prozent mehr als ihre Kolleginnen auf den gleichen Positionen. „Die Umfrage zeigt, dass Frauen in der Arbeitswelt nicht in gleichem Maße vergütet werden wie Männer“ erklärt Martin Kahanec, Wissenschaftlicher Leiter bei CELSI (Central European Labour Studies Institute). „Obwohl wir ein Wachstum der Frauenquote in leitenden Positionen verzeichnen, lässt sich diese Entwicklung in den Gehältern der Arbeitnehmerinnen selten wiedererkennen. Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass männliche und weibliche Angestellte für gleichwertige Arbeit auch gleichermaßen vergütet werden. Männer und Frauen haben nur dann dieselben beruflichen Chancen, wenn Arbeitgeber ihnen gleichberechtigt ermöglichen, Familie und Karriere in Einklang zu bringen. Nur wenn Vorgesetzte dies meistern, profitieren sie von glücklichen Mitarbeitern und einem langfristigen Zuwachs herausragender Talente“.

Gehalt: Gleichberechtigung auf dem Prüfstand

Im Durchschnitt verdienen Frauen in Deutschland rund 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Am deutlichsten ist der Unterschied mit etwa 29 Prozent in den USA. Drastischer fällt der Vergleich bei der Bezahlung von leitenden Positionen aus. In Deutschland fällt der Unterschied mit rund 16 Prozent im Vergleich noch moderat aus. In diesem Bereich ist Großbritannien mit 45 Prozent der Spitzenreiter, dicht gefolgt von den USA mit 42 Prozent und selbst Spanien weist gegenüber Deutschland mit 35 Prozent einen doppelt so hohen Unterschied aus. Auch beim Thema Gehaltssteigerungen fallen die Unterschiede in den Vergleichsländern deutlicher aus als in Deutschland. Hierzulande besteht nach zehn oder mehr Jahren Berufserfahrung beinahe kein Unterschied zwischen Männern und Frauen: Der Gehaltsanstieg ist bei Männern um nur 0,4 Prozent größer als bei Frauen. In Großbritannien erwarten Frauen dagegen nach zehn oder mehr Jahren Berufserfahrung 38 Prozent mehr Einkommen, während Männer sich nach derselben Zeit über 60 Prozent mehr Vergütung freuen können. Die Teilnehmer dieser Umfrage gehören verschiedenen Altersgruppen, Branchen und hierarchischen Positionen in ihren entsprechenden Berufen an. Die erhobenen Daten ermöglichten es Analysten, die größten Gehaltsunterschiede in der jeweiligen Branche zu ermitteln. Die gravierendsten Unterschiede sind den Branchen Healthcare, Finanzen, Versicherungen, Recht, Bildung und Forschung zu finden. Hier zeigte sich, dass Frauen zwischen 35-40 Prozent weniger verdienen als Männer. Die Daten für den WageIndicator wurden im Zeitraum zwischen Anfang 2012 und dem Sommer 2014 erhoben.

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