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Studie: Internationale Konzerne agieren weiter undurchsichtig

Internationale Großkonzerne agieren einer Studie zufolge oft im Verborgenen und informieren die Öffentlichkeit nur unzureichend über ihre Geschäfte. Zu diesem Ergebnis kommt die Antikorruptionsorganisation Transparency International in ihrer Transparenz-Rangliste der 124 größten multinationalen Unternehmen. Besonders schlecht schnitten demnach Konzerne aus dem Finanzsektor ab.

Berlin (csr-news/afp) – Internationale Großkonzerne agieren einer Studie zufolge oft im Verborgenen und informieren die Öffentlichkeit nur unzureichend über ihre Geschäfte. Zu diesem Ergebnis kommt die Antikorruptionsorganisation Transparency International in ihrer am Mittwoch veröffentlichten Transparenz-Rangliste der 124 größten multinationalen Unternehmen. Besonders schlecht schnitten demnach Konzerne aus dem Finanzsektor ab.

Durchschnittlich hätten die Unternehmen nur 3,8 von möglichen zehn Punkten erreicht, erklärte die Organisation. Die acht untersuchten deutschen Unternehmen schnitten demnach überdurchschnittlich gut ab. Dies sei allerdings auch auf gesetzliche Vorgaben zurückzuführen: So müssten Firmen in der Bundesrepublik ihre wirtschaftlichen Verflechtungen, wie zu Beispiel ihr Netz aus Tochterfirmen im In- und Ausland, transparenter darlegen als Unternehmen in anderen Ländern.

Das beste Resultat in der Liste erzielte der italienische Energiekonzern Eni mit 7,3 Punkten; am schlechtesten schnitt die staatliche chinesische Bank of China mit 1,0 Punkten ab. Die Deutsche Telekom steht als bester deutscher Konzern auf Platz sieben der Rangliste und wurde mit 5,8 Punkten bewertet. Einzig Vodafone konnte in allen drei untersuchten Kategorien mit mindestens 50 Prozent punkten und belegt damit den zweiten Platz im Ranking.

Insgesamt zeigen sich laut Transparency deutliche regionale Unterschiede zwischen Europa und den USA. Europäische Unternehmen erreichten bei der Offenlegung wirtschaftlicher Verflechtungen im Schnitt 54 Prozent der Punkte, US-Firmen dagegen nur 24 Prozent. Auch die Technologieriesen Amazon, Apple, Google und IBM schnitten demnach unterdurchschnittlich schlecht ab.

Die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Edda Müller, erklärte, die Studie belege erneut, dass „mehr Regulierung und verbindliche Berichtsstandards für das Finanzgebaren der Unternehmen“ nötig seien.

Die Rangliste basiert nach Angaben der Organisation auf öffentlich zugänglichen Informationen der Unternehmen zum Umfang ihrer Antikorruptionsprogramme, zur Offenlegung von wirtschaftlichen Verflechtungen sowie zu Mitteilungen von finanziellen Ausgaben und Einnahmen. Zuletzt war die Liste 2012 veröffentlicht worden. Im Vergleich dazu habe es nur „leichte Verbesserungen“ gegeben, teilte Transparency mit.

Deutsche Unternehmen im Ranking:

  • Platz 7 Deutsche Telekom mit 5,8 Punkten
  • Platz 8 E.on mit 5,7 Punkten
  • Platz 11 BASF mit 5,5 Punkten
  • Platz 13 Siemens mit 5,5 Punkten
  • Platz 14 Volkswagen mit 5,5 Punkten
  • Platz 18 Bayer mit 5,2 Punkten
  • Platz 20 SAP mit 5,2 Punkten
  • Platz 25 Allianz mit 4,8 Punkten
  • Platz 45 Merck & Co. mit 4,2 Punkten

Der Bericht „Transparency in Corporate Reporting: Assessing the World’s Largest Companies“ zum Download.

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