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Luxemburg: Dax-Konzerne sparen Steuermilliarden

Durch von der Luxemburger Regierung genehmigte Firmenkonstruktionen haben Dax-Konzerne und internationale Firmen teilweise weniger als ein Prozent ihrer Gewinne versteuern müssen.

München (csr-news) – Durch von der Luxemburger Regierung genehmigte Firmenkonstruktionen haben Dax-Konzerne und internationale Firmen teilweise weniger als ein Prozent ihrer Gewinne versteuern müssen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) in ihrer heutigen Ausgabe. Entwickelt wurden die teils äußert komplizierten Modelle von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC). Nach dem Bericht gründete die Deutsche Bank in Luxemburg und anderen Steueroasen Fondsgesellschaften, die Immobiliengeschäfte in Europa so konstruierten, dass kaum Steuern anfielen. Über Luxemburger Niederlassungen vergaben der Energieversorger E.ON und der Gesundheitskonzern Fresenius Medical Care firmeninterne Kredite, wodurch Fresenius Medical Care nach eigenen Angaben pro Jahr fast eine Million Euro Steuern vermied, so die SZ. Als ausländische Firmen profitierten Amazon, Pepsi und FedEx von den Luxemburger Steuersparmodellen.

„Was Luxemburg gemacht hat, war okay“, sagte Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel der SZ. Sein Land sei keine Steueroase. Allerdings ermittelt die Europäische Kommission in zwei Fällen, ob die Luxemburger Behörden den Konzernen unfaire Vorteile eingeräumt und damit gegen europäisches Recht verstoßen haben. Das Luxemburger Firmengeflecht ans Licht gebracht hatte das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) mit Sitz in Washington in einer monatelange Recherche mit weltweit über 80 Reportern, darunter Teams von SZ, NDR und WDR.

Steuerdokumente und weitere Infos aus Luxemburg >> auf der Website des ICIJ

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