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Münchener Rück Stiftung unterstützt Nebelnetz-Testanlage in Marokko

Aus Nebel und Tau lässt sich Trinkwasser gewinnen. In Marokko besteht eine Herausforderung darin, die Zerstörungskraft des Windes zu reduzieren, der die schwebenden Wassertröpfen in den Kollektor treibt. Um herkömmliche Nebelnetz-Technologien zu verbessern, hat die Wasserstiftung Ebenhausen gemeinsam mit dem Industriedesigner Peter Trautwein im November 2013 die Testanlage „Fog Harvester“ auf dem Gipfel des Mount Boutmezguida in Marokko aufgebaut.

München (csr-news) – Aus Nebel und Tau lässt sich Trinkwasser gewinnen. In Marokko besteht eine Herausforderung darin, die Zerstörungskraft des Windes zu reduzieren, der die schwebenden Wassertröpfen in den Kollektor treibt. Um herkömmliche Nebelnetz-Technologien zu verbessern, hat die Wasserstiftung Ebenhausen gemeinsam mit dem Industriedesigner Peter Trautwein im November 2013 die Testanlage „Fog Harvester“ auf dem Gipfel des Mount Boutmezguida in Marokko aufgebaut. Das Projekt wird von einem Team der TU München wissenschaftlich begleitet. Die Münchener Rück Stiftung unterstützt die Wasserstiftung und die TU München finanziell.

Nach Ende der Nebelsaison im Juni liegen nun die ersten Auswertungen der erzielten Wassermengen vor. Die Münchener Rück Stiftung hat eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Forschungsteams der TU München veröffentlicht. Demnach zeigen die Auswertungen, dass drei von sechs getesteten Netzgeweben konstant die höchsten Wassererträge liefern. Diese seien etwa um ein Drittel höher als bei dem sogenannten Raschelnetz, das bisher verwendet wird. Wie aus der Mitteilung der Unternehmensstiftung hervorgeht, ist das Wasser, das in der Testanlage gewonnen wird, viel sauberer als das Wasser aus dem Brunnen, der in der Region bislang die einzige Trinkwasserquelle ist.

„Wasser als Ressource und Risikofaktor ist eines unserer Stiftungsthemen“, sagt Martina Mayerhofer, Projektmanagerin der Münchener Rück Stiftung. „Seit nunmehr fast zehn Jahren fördert die Stiftung Projekte zur Wassergewinnung in ariden Gebieten – oder im Fall von Katastrophenvorsorge zum Beispiel den Aufbau von Flutwarnsystemen“. Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft möchte mit ihrer Unternehmensstiftung unter anderem den globalen Herausforderungen Bevölkerungswachstum, Ressourcenverknappung, Umweltverschmutzung und Klimaveränderung begegnen, wie aus der Präambel der Stiftungssatzung hervorgeht. Für das Projekt Fog Harvester stellte die Stiftung Kontakte in Marokko her, unter anderem zum Projektpartner Dar Si-Hmad, einer marokkanischem NGO. „Der Kontakt entstand durch eine Projektausschreibung im Bereich Nebelnetze, die Dar Si-Hmad 2011 gewonnen hat“, so Mayerhofer. Seit 2011 fördere die Stiftung ein Nebelnetzprojekt der NGO, die es sich zum Ziel gesetzt habe, mit 600 Quadratmetern Nebelkollektoren Trinkwasser für die einheimische Bevölkerung zu liefern.

Die Testphase des Fog Harvester ist noch nicht abgeschlossen: Überraschend für die Forscher war der geringe Gehalt von Mineralien im Wasser, der bei den Analysen festgestellt wurde. Doch da das Nebelwasser in den Auffangbehältern mit Grundwasser gemischt werden soll, werde der niedrige Wert wieder ausgeglichen, so heißt es im Ergebnisbericht der Unternehmensstiftung. „Der Industriedesigner Peter Trautwein war Ende Oktober wieder in Marokko und hat einige technische Details verbessert“, sagt Mayerhofer. Die TU München sei weiterhin am Projekt beteiligt und werde mit ihren Messungen in der kommenden Nebelsaison von Dezember 2014 bis Juni 2015 weitermachen. Auch die Münchener Rück Stiftung werde ihr Engagement im nächsten Jahr fortsetzen.

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