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Kambodscha erhöht Mindestlohn für Textilarbeiter

Nach Streiks und Protesten hat die Regierung in Kambodscha den Mindestlohn für Arbeiter in der Textil- und Schuhproduktion um 28 Prozent erhöht.

Phnom Penh (afp) – Nach Streiks und Protesten hat die Regierung in Kambodscha den Mindestlohn für Arbeiter in der Textil- und Schuhproduktion um 28 Prozent erhöht. Wie das Arbeitsministerium in Phnom Penh am Mittwoch mitteilte, soll der Mindestlohn zum 1. Januar 2015 auf 128 Dollar (102 Euro) pro Monat angehoben werden. Davon würden Näher profitieren, die Kleidung für internationale Marken wie GAP, Levi’s, H&M, Puma und Zara herstellen. Derzeit beträgt der Mindestlohn hundert Dollar.

Gewerkschaftsvertreter bezeichneten die Lohnerhöhung als unzureichend. Ath Thorn, Präsident der kambodschanischen Textilarbeitergewerkschaft, sagte AFP, diese fordere mindestens 140 Dollar im Monat. Gewerkschaften und Arbeitnehmer würden in den nächsten Tagen entscheiden, ob sie die Erhöhung akzeptieren oder ihre Proteste fortsetzen wollten. Die Gewerkschaft hatte zunächst 177 Dollar im Monat gefordert, diese Zahl aber in den Verhandlungen mit der Regierung und Fabriken heruntergeschraubt.

Die Textilindustrie mit ihren rund 650.000 Arbeitern zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des armen Staates. Während eines Streiks für einen höheren Mindestlohn waren im Januar mindestens vier Menschen von der Polizei erschossen worden.

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