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Australien wirft Konzernen wegen Steuerflucht „Diebstahl“ vor

Australien hat Konzernen, die ihre Steuern durch die Verschiebung ihrer Gewinne in Steueroasen wie Luxemburg zu reduzieren versuchen, „Diebstahl“ vorgeworfen.

Brisbane (afp) – Australien hat Konzernen, die ihre Steuern durch die Verschiebung ihrer Gewinne in Steueroasen wie Luxemburg zu reduzieren versuchen, „Diebstahl“ vorgeworfen. „Es ist unglaublich wichtig für die Welt, dass Konzerne dort Steuern zahlen, wo sie Gewinne machen“, sagte der australische Finanzminister Joe Hockey am Donnerstag vor Beginn des Gipfeltreffens der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Brisbane am Wochenende. „Es ist Diebstahl, wenn jemand nicht die Steuern zahlt, die einer Nation zustehen.“

Ein solches Vorgehen vieler Konzerne untergrabe die Fähigkeit der betroffenen Nation, die Dienstleistungen zu erbringen, die notwendig seien, um die Armut zu bekämpfen und die Ungleichheit zu reduzieren, sagte Hockey. Zu dem Gipfel in Brisbane wird auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erwartet, der kürzlich durch Enthüllungen zu den dubiosen Steuerpraktiken von Luxemburg unter Druck geriet. Juncker war als langjähriger Ministerpräsident und Finanzminister des Großherzogtums unmittelbar verantwortlich für diese Steuerpraktiken.

Laut den Enthüllungen internationaler Medien genehmigten die luxemburgischen Behörden hunderten multinationalen Konzernen komplizierte Steuerkonstrukte, mit denen sie ihre Steuern auf teils unter ein Prozent drücken konnten. Viele der betroffenen Großunternehmen unterhielten in Luxemburg allem Anschein nach außer einem Briefkasten keine Präsenz. Den europäischen Nachbarländern entgingen durch die Steuernachlässe Einnahmen in Milliardenhöhe.