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Green Economy: Forschung marktorientiert fördern

In der Forschung muss stärker branchenübergreifend zusammengearbeitet werden. Das sagte Markus Müller-Neumann, Senior Manager Innovation Policies bei BASF, auf einer Veranstaltung von Bundesforschungs- und Bundesumweltministerium zur neuen „Forschungsagenda Green Economy“ am Dienstag in Berlin. „Es werden die klassischen Branchengrenzen verschwinden, weil wir übergreifend arbeiten müssen“, so der BASF-Manager. Ein Beispiel für die Bedeutung dieser Zusammenarbeit sei die Entwicklung von Elektromobilität.

Berlin (csr-news) – In der Forschung muss stärker branchenübergreifend zusammengearbeitet werden. Das sagte Markus Müller-Neumann, Senior Manager Innovation Policies bei BASF, auf einer Veranstaltung von Bundesforschungs- und Bundesumweltministerium zur neuen „Forschungsagenda Green Economy“ am Dienstag in Berlin. „Es werden die klassischen Branchengrenzen verschwinden, weil wir übergreifend arbeiten müssen“, so der BASF-Manager. Ein Beispiel für die Bedeutung dieser Zusammenarbeit sei die Entwicklung von Elektromobilität.

Müller-Neumann sagte an den Konferenzteilnehmern aus Bundesministerien: „Unterstützen Sie noch mehr Forschungsvorhaben, die Verbund sind.“ Zustimmung fand er beim Referenten für Ressourcen und Nachhaltigkeit im Bundesforschungsministerium, Lothar Mennicken. „Vernetzung über Branchen hinweg – das ist absolut zielführend“, sagte Mennicken. „Was bei dem einen der Abfall ist, das ist vielleicht der Rohstoff für den anderen.“

Kreislauwirtschaft: „In den Köpfen arbeiten“

Die Kreislaufwirtschaft – ein zentrales Thema der Green Economy – nahm in der Diskussion während der Berliner Konferenz weiten Raum ein. „Mineralische Rohstoffe sind eine endliche Ressource. Es wird immer schwieriger, diese Ressource zu heben“, sagte Mennicken. Die bekannten Vorräte reichten nicht aus, um neun Millionen Menschen mit Fernsehern, Kühlschränken, Autos und Flugzeugen zu versorgen. Und auch die Energiewende berge Herausforderungen: „Bei der Energiewende werden mehr von bestimmten Rohstoffen gebraucht – und nicht weniger.“ Wie Mennicken sagte, spielten Effizienz und Recycling in der Forschungsagenda eine große Rolle.

Der mittelständische Recycling-Unternehmer Burkhard Landers, Gesellschafter der Landers GmbH, verwies auf den hohen Grad an politischer Regulierung in seiner Branche. „Das kommt aus Berlin und Brüssel bei uns immer wieder wie der warme Regen“, so Landers. Die Politik biete vielseitige Anreizsysteme für das Recycling. „Das Problem dabei ist nur, dass viele dieser Anreizsetzungen ziemlich veraltet sind“, so Landers weiter. Weitere Probleme seien ein hoher Bürokratieaufwand und der Kampf um Einfluss zwischen verschiedenen Interessengruppen, etwa Unternehmen und Kommunen.

„14 Prozent von dem, was die deutsche Industrie braucht, kommt aus der Kreislaufindustrie.“ Der Unternehmer sieht dabei ein hohes Entwicklungspotential: „Wir können wesentlich mehr.“ Weiter sagte Landers, auch bei den Verpackungen ließe sich der derzeitige Anteil von 36 Prozent an stofflicher Verwertung von Abfällen in kurzer Zeit auf 50 Prozent erhöhen.

Um Recyclingquoten noch oben zu bekommen, sei eine Bewusstseinsbildung nötig. Landers: „Wir werden auch in den Köpfen arbeiten müssen.“ So sollten etwa öffentliche Einkäufer dafür sensibilisiert werden, auf den Verwendung von Recyclingmaterialien in ihren Bestellungen zu achten.

Produktlebensdauer: Umdenken lernen

Zum Forschungsbedarf in Sachen Recycling sagte der Geschäftsführer der Umweltberatungsgesellschaft Agimus, Ralf Utermöhlen: „Was uns fehlt, ist bei vielen Stoffen das Tracking und Tracing.“ Eine „Verbleibsforschung“ könne die Frage klären: „Wo bleiben Zink, Kobald und andere Stoffe?“

Utermöhlen sprach sich zudem für eine Stärkung von Wertschöpfungsketten im After-Sales-Bereich aus: Statt Güter so zu konzipieren, dass sie nach fünf bis zehn Jahren ersetzt werden müssten, könnten Unternehmen auch langlebigere Güter anbieten – und aus deren Wartung und Reparatur ihre Wertschöpfung beziehen. Zumindest könnten gute erhaltene sogenannte ETN-Teile (Equivalent To New) wiederverwertet werden – beispielsweise das Drehkreuz an einem Bürostuhl. Ein Forschungsvorhaben könnte herausfinden: „Wo sind die Hemmnisse? Warum machen Unternehmen das nicht?“, sagte Utermöhlen.

Forschung in die Praxis bringen

Wie Lothar Mennicken vom Bundesforschungsministerium sagte, soll in Förderprogrammen verstärkt auf die Umsetzung der Erkenntnisse in die unternehmerische Praxis geachtet werden. Wenn sich eine Idee im Experiment bewährt habe, scheitere häufig die Umsetzung in die Praxis – etwa deshalb, weil Banken und andere Kapitalgeber das „Risiko für die Maßstabsvergrößerung“ scheuten. Diesem Problem begegnet etwa das im August vorgestellte Forschungsförderungsprogramm „r+Impuls – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz“. „Wir wollen den nächsten Schritt noch begleiten“, sagte Mennicken. Nach einer ersten Umsetzung der geförderten Ideen in einem marktauglichen Umfang müssen diese sich dann alleine am Markt bewähren.

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