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Kontroverse um Bioeier-Produzent Fürstenhof

Gegen einen der größten deutschen Bio-Eier-Produzenten, den Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof bei Rostock wird wegen Betrugs ermittelt, wie der “Spiegel” in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Fürstenhof wehrt sich gegen die Berichte; die Ermittlungsverfahren seien bereits eingestellt worden.

Hamburg/Finkenthal (afp) – Gegen einen der größten deutschen Bio-Eier-Produzenten, den Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof bei Rostock wird wegen Betrugs ermittelt, wie der “Spiegel” in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Demnach sollen nicht alle Hühner den in der EU-Ökoverordnung vorgeschriebenen Auslauf von vier Quadratmetern pro Tier gehabt haben. Ihre Eier wären deshalb keine Öko-Eier, und die etwa 15 Cent die jedes Bio-Ei teurer ist, wären zu Unrecht kassiert worden. Für einen gängigen Stall mit 24.000 Hühnern bringe dies einen illegalen Gewinn von knapp einer Million Euro.

Laut “Spiegel” ermittelt die Staatsanwaltschaft Rostock gegen vier von insgesamt über einem Dutzend Fürstenhof-Betrieben, die zusammen gut 80 Millionen Eier im Jahr produzieren. Auch gegen Geschäftsführer Friedrich Behrens werde ermittelt.

Der Bio-Eier-Produzentenverbund Fürstenhof wehrt sich gegen die Berichte. Die Ermittlungsverfahren seien bereits eingestellt worden, erklärte der Erzeugerzusammenschluss (EZ) Fürstenhof am Montag. Eine entsprechende Information der Staatsanwaltschaft Rostock sei am Freitag eingetroffen. Mögliche neue Ermittlungen seien dem EZ Fürstenhof nicht bekannt, sagte eine Sprecherin des Verbunds in Finkenthal in Mecklenburg-Vorpommern auf AFP-Anfrage. Eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Rostock war zunächst nicht zu erhalten.

Der Vorwurf des mangelnden Auslaufs ist der Fürstenhof-Sprecherin zufolge schon älter. Die Staatsanwaltschaft habe die jetzt eingestellten Ermittlungen bereits seit Frühjahr 2013 geführt, sagte sie. Von “Überbesatz”, also zu vielen Tieren pro Stall, könne aber gar keine keine Rede sein, erklärte der EZ Fürstenhof. Jedes Tier habe mindestens vier Quadratmeter naturnah bepflanzten Auslauf zur Verfügung. Die maximal erlaubte Zahl von sechs Tieren pro Quadratmeter Stallfläche werde bei allen Erzeugerbetieben unterschritten.

Im Zusammenhang mit Bio-Eiern gab es in den vergangenen Jahren in Deutschland bereits mehrfach Skandale. Neben der Verletzung von Haltungsvorschriften wurden Verunreinigungen mit Giftstoffen wie Dioxin und Polychlorierten Biphenylen (PCB) entdeckt.