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Schweizer Startup „Sharely“: Vermieter teilen Alltagsgegenstände eher als Mieter

Bohrmaschinen, Laminiergeräte, und Hochdruckreiniger sind Gegenstände, die in vielen Haushalten nur hin und wieder gebraucht werden. Da dies aus ökonomischer und ökologischer Perspektive nicht nachhaltig ist, starteten Andreas Amstutz und Claudia Jork 2013 die Internetseite Sharely, eine Schweizer Miet- und Vermietplattform für Alltagsgegenstände.

Zürich (csr-news) – Bohrmaschinen, Laminiergeräte, und Hochdruckreiniger sind Gegenstände, die in vielen Haushalten nur hin und wieder gebraucht werden. Da dies aus ökonomischer und ökologischer Perspektive nicht nachhaltig ist, starteten Andreas Amstutz und Claudia Jork 2013 die Internetseite Sharely, eine Schweizer Miet- und Vermietplattform für Alltagsgegenstände.

Nach Angaben des Unternehmens begegnet die Plattform Herausforderungen im Umweltbereich, indem unnötige Käufe vermieden werden. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass Mieter und Vermieter in derselben Nachbarschaft wohnen und keine weiten Wege zurücklegen. Den Nutzern der Plattform würden deshalb Gegenstände nach der Entfernung zum Vermietenden angezeigt. Für Sharely kann man sich nur in der Schweiz anmelden.

Die Idee der Startup-Gründer basiert auf dem Prinzip „Shareconomy“: dem Teilen und gemeinsamen Nutzen von Produkten. In einigen Studien wurden die Motive, die Menschen zu dieser Form des Teilens veranlassen, erforscht. So veröffentlichte die Markenagentur Metadesign gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen FGM Market Insights Anfang des Jahres die Ergebnisse einer Onlinebefragung von über 1.000 deutschsprachigen Teilnehmern zum Thema Shareconomy. Daraus geht hervor, dass die Hauptmotivation zu teilen, zu leihen oder zu tauschen, für jeden Zweiten die Kostenersparnis ist. An zweiter Stelle stehen soziale Kontakte. Den Grund „Nachhaltigkeit“ nannten nur 22 Prozent der Befragten. Auch eine Umfrage der Online-Plattform Deals.com zeigt, dass jeder Zweite teilt, um Geld zu sparen. Von den 568 Befragten gaben 38 Prozent an, Ressourcen sparen und die Umwelt schonen zu wollen.

Sharely unterscheidet bei der Frage nach den Gründen für Shareconomy zwischen Mietern und Vermietern. „Mieter sind bedürfnisgetrieben, suchen etwas Bestimmtes und möchten es dann günstig bekommen“, so Gründer und CEO Amstutz. „Hier spielen der Preis und die Nähe eine wichtige Rolle“. Die Befragung von 71 Vermietern habe gezeigt, dass Vermieter vielmehr ökologisch motiviert seien und sie eher die Idee des Ganzen sehen würden. „Je 40 Prozent haben gesagt, dass sie aus ökologischen Gründen teilen und weil sie es schade finden, dass die Dinge ungenutzt herumstehen“, berichtet Amstutz. Das Thema Geld spiele bei größeren Gütern wie Wohnungen und Autos eine wichtigere Rolle, nicht jedoch bei Alltagsgegenständen.

Mit ihrer Geschäftsidee gewannen die Gründer von Sharely im September den mit 20.000 Franken dotierten ersten Preis bei der SwissUpStart Challenge. Das Projekt unterstützt junge Unternehmensgründungen und wird von der Fachhochschule Nordwestschweiz geleitet. Den Gewinn werde Sharely vor allem in die Umsetzung einer mobile App investieren, teilte Amstutz in einem Interview nach der Preisverleihung mit.

Foto: Sharely gewinnt den ersten Preis des SwissUpStart Challenge

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