Nachrichten

Fairhandel statt Freihandel: Merkel nimmt “Zukunftscharta” entgegen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Montag die “Zukunftscharta” des Bundesentwicklungsministeriums entgegengenommen und sich hinter die Kernbotschaft gestellt: “Jeder Mensch hat das Recht, in Würde zu leben”, sagte Merkel auf dem Eine-Welt-Forum in Berlin.

Berlin (afp) – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Montag die “Zukunftscharta” des Bundesentwicklungsministeriums entgegengenommen und sich hinter die Kernbotschaft gestellt: “Jeder Mensch hat das Recht, in Würde zu leben”, sagte Merkel auf dem Eine-Welt-Forum in Berlin. Die Zukunftscharta zeigt Wege zu einer Änderung von Produktion und Konsum in Deutschland auf, von der ärmere Länder profitieren sollen.

Das 60 Seiten starke Dokument soll der deutschen Entwicklungspolitik ab dem Jahr 2015 als Leitfaden dienen. In dem Jahr führt Deutschland unter anderem den G7-Vorsitz. “Deutschland verbraucht so viel Strom wie 54 afrikanische Staaten”, sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Er forderte die Bürger zu einem bewussteren Konsum auf. Von der deutschen Industrie forderte er einen Übergang vom “Freihandel zum Fairhandel”.

An der Charta haben Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik sowie tausende Bürger mitgewirkt. Sie konnten im Internet und bei mehreren Veranstaltungen in ganz Deutschland Vorschläge und Anmerkungen einbringen.

Die Entwicklungsorganisation Oxfam begrüßte die Charta und ihre Schwerpunkte grundsätzlich. Allerdings sei ein Aktionsplan notwendig, da die Charta andernfalls “eine Absichtserklärung” bleibe, sagte die Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, Marion Lieser.

Unter dem Schlagwort “Eine Welt” deckt die Charta acht Handlungsfelder ab. Dazu zählen der Schutz der Menschenwürde, die Bewahrung natürlicher Lebensgrundlagen, Wachstum und Beschäftigung sowie Frieden und Sicherheit. Zentraler Gedanke ist die Förderung eines nachhaltigen Produktions- und Konsumverhaltens in Deutschland und anderen Industriestaaten.

Das Dokument benennt auch heikle Fragen der deutschen Außenpolitik, etwa die Lage der Flüchtlinge an den EU-Südgrenzen, internationale Konsequenzen der Energiewende sowie die Folgen deutscher Rüstungsexporte in Dritt- und Entwicklungsländern.

Die Website mit den Diskussionen zur Zukunftsagenda: www.zukunftscharta.de

Die Zukunftsagenda >> als PDF zum Download
https://www.zukunftscharta.de/ecm-politik/zukunftscharta/de/home/file/fileId/2864