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Kunden fordern nachhaltigere Lieferkette

Nachhaltigkeit in Lieferketten gewinnt weltweit an Bedeutung, so lautet das Ergebnis einer Untersuchung des Zertifizierungsunternehmen DNV GL. Gemeinsam mit dem Forschungsinstitut GFK Eurisko wurden über 2.000 Fachleute aus Europa, Nord und Südamerika sowie Asien befragt. Dabei zeichneten sich drei Maßnahmen ab, die Unternehmen beachten sollten, um Anforderungen ihrer Kunden zu erfüllen.

Essen (csr-news) > Nachhaltigkeit in Lieferketten gewinnt weltweit an Bedeutung, so lautet das Ergebnis einer Untersuchung des Zertifizierungsunternehmen DNV GL. Gemeinsam mit dem Forschungsinstitut GFK Eurisko wurden über 2.000 Fachleute aus Europa, Nord und Südamerika sowie Asien befragt. Dabei zeichneten sich drei Maßnahmen ab, die Unternehmen beachten sollten, um Anforderungen ihrer Kunden zu erfüllen. Immerhin 80 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, gegenüber ihren Kunden Nachhaltigkeit in der Lieferkette nachweisen zu müssen, vor allem wenn diese selber Teil nationaler oder internationaler Lieferketten sind. „Mit der Globalisierung und der Zunahme an Zwischenhändlern ist eine sichere und zuverlässige Lieferkette wichtig, um Störungen die sich auf die Unternehmensleistung auswirken können, zu vermeiden“, so DNV GL-Chef Luca Crisciotti. „Die Forderung der Kunden nach einer nachhaltigen Beschaffung wird immer größer, und Unternehmen, die nicht handeln, werden es schwer haben, au h weiterhin im Wettbewerb zu bestehen“.

Die Kunden sind auch der Teil der Stakeholder, der sich am meisten für Nachhaltigkeitsthemen interessieren. Sie treiben Unternehmen stärker voran als Behörden, Kommunen, NGOs und Gewerkschaften. Bei der Auswahl eines Zulieferes oder bei Kaufentscheidungen achten 96 Prozent der befragten Unternehmen auf Nachhaltigkeitxkriterien. Dabei gehören geringe Umweltauswirkungen zu den besonderes relevanten Themen der Einkäufer. Für 56 Prozent der Unternehmen sind geringe oder vermeidbare Umweltauswirkungen das wichtigste Nachhaltigkeitskriterium, gefolgt von Sicherheitsaspekten und der Mitarbeitergesundheit (51Prozent) sowie einem starken Finanzmanagement (43 Prozent). Ethisch angemessenes Verhalten kommt mit 29 Prozent erst an vierter Stelle, hat aber für Unternehmen die selber über ein umfangreiches Nachhaltigkeitsmanagement verfügen, eine über dem Durchschnitt liegende Bedeutung. 42 Prozent der Unternehmen verfügen bereits über eine formale Lieferkettestrategie, in der Nachhaltigkeitsaspekte verankert sind. Bei großen Unternehmen liegt der Anteil deutlich höher. Auch wenn die meisten Unternehmen das Gefühl haben, gerade erst anzufangen, unternehmen sie konkrete Anstrengungen, ihre Lieferkette nachhaltiger zu gestalten. In diesem Kontext sind Lieferantenaudits aktuell die häufigste Methode, um die Nachhaltigkeit innerhalb der Lieferkette zu überprüfen. 41 Prozent der befragten Unternehmen haben in den letzten drei Jahren ein Lieferantenaudit durchgeführt. Im Branchenvergleich war die Lebensmittel- und Getränkeindustrie am aktivsten. Dort führten 47 Prozent der Unternehmen Audits durch. Etwa 36 Prozent verfügen über eine spezifische Nachhaltigkeitspolitik und kommunizieren diese auch. Insgesamt gibt es für alle Betroffenen noch viel zu tun. Zwei Drittel der Unternehmen beschränken ihre Aktivitäten auf Tier-1-Lieferanten, also auf Unternehmen, von denen sie direkt Waren beziehen. Dadurch haben sie über andere Aktivitäten in der vorgelagerten Lieferkette keine wirkliche Kontrolle. Unternehmen erwarten, dass die Nachhaltigkeit der Lieferkette zunehmend ein wichtiger Faktor für den Markterfolg sein wird.

Unternehmen erwarten, dass die Nachhaltigkeit der Lieferkette zunehmend ein wichtiger Faktor für den Markterfolg sein wird. Laut Befragung gewinnen in diesem Kontext die Möglichkeit, den Wettbewerbsvorteil zu erhalten, den Marktanteil sowie den Ruf der Marke zu verbessern zukünftig deutlich mehr an Bedeutung. Der wichtigste Treiber für dieses Thema wird nach Meinung der Befragten aber auch in Zukunft die Erfüllung von Kundenbedürfnissen sein. 66% der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sie die Nachhaltigkeitsleistung ihrer Lieferketten innerhalb der nächsten drei Jahre optimieren werden. „Um auch zukünftig top zu sein, müssen Unternehmen drei grundlegende Maßnahmen ergreifen: Erstens müssen sie die Erwartungen ihrer wichtigsten Stakeholder in Bezug auf die Nachhaltigkeit ihrer Lieferkette verstehen. Zweitens müssen sie ihre eigenen Erwartungen klar definieren, ihre Lieferanten darüber informieren und von diesen verlangen, dass sie kohärent handeln. Schließlich ist es von grundlegender Bedeutung für jede Methode, dass alle Mitglieder in der Lieferkette die Anforderungen verstehen und umsetzen. Das müssen Unternehmen regelmäßig überprüfen und sicherstellen“, fasst Luca Crisciotti zusammen.

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