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Wirtschaft will mehr für Klimaschutz tun

Die deutsche Wirtschaft will sich einem Bericht zufolge zu mehr Klimaschutz verpflichten und mehr Energie einsparen. Wie die FAZ berichtete, will sie 500 Netzwerke organisieren, denen sich bis zu 7500 Betriebe anschließen sollen.

Frankfurt/Main (afp) – Die deutsche Wirtschaft will mehr für den Klimaschutz tun. Spitzenverbände wie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) oder der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) verpflichten sich, rund 500 Effizienznetzwerke aus jeweils fünf bis 15 Unternehmen zu organisieren, wie aus einer Selbstverpflichtung der Verbände gegenüber der Bundesregierung hervorgeht. Das Dokument lag AFP am Freitag als Entwurf vor.

Die Netzwerkinitiative leiste einen „wichtigen Beitrag“ zur Erreichung der klima- und energiepolitischen Ziele der Bundesregierung, heißt es in dem Entwurf. Mit dem „Aktionsplan Klimaschutz 2020“ will die Regierung den Treibhausgasausstoß bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zum Stand von 1990 senken. Der Aktionsplan soll am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden. Die Regierung erwarte, dass durch die Netzwerke zusätzlich fünf Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen bis 2020 eingespart würden, heißt es in der Selbstverpflichtung.

Die Unternehmens-Netzwerke sind demnach freiwillig und sollen aus mindestens fünf und höchstens 15 Unternehmen bestehen; insgesamt sollen sich rund 7500 Betriebe daran beteiligen. Die Teilnehmer sollen sich untereinander austauschen und „Effizienzpotentiale identifizieren“. In der Regel soll die Dauer eines Netzwerkes dem Entwurf zufolge zwei bis drei Jahre betragen. Jedes Netz werde zudem von einer „qualifizierten“ Energieberatung begleitet, mit deren Hilfe sich die teilnehmenden Unternehmen eigene Energiesparziele setzten. Auf Basis der einzelnen Sparziele solle jedes Netzwerk wiederum ein „gemeinsames, kumuliertes Einsparziel“ formulieren. Wenn die Unternehmen einstimmig zustimmten, könne das Ziel auch veröffentlicht werden.

Die freiwillige Verpflichtung der Wirtschaft soll am Mittwoch von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (beide SPD) und den Präsidenten der großen Wirtschaftsverbände unterzeichnet werden.

Am Wochenende waren Pläne Gabriels bekannt geworden, wie er die Stromkonzerne an der CO2-Reduzierung in Deutschland beteiligen will. Demnach sollen sie bis 2020 jährlich 4,4 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Der Weg dahin soll aber den Konzernen überlassen bleiben. Damit die Bundesregierung ihre zugesagte Reduktion von Treibhausgasen bis 2020 tatsächlich schaffen kann, sind zusätzliche Maßnahmen nötig.

Neben den Stromkonzernen sieht der Aktionsplan der Regierung auch vor, mehr Energieeffizienz durch Gebäudesanierungen zu erreichen. Zudem sollen Haushaltsgeräte sparsamer werden. Weitere Einsparpotenziale sieht die Regierung in den Bereichen Verkehr, EU-Emissionshandel und Landwirtschaft. So soll etwa der Güterverkehr auf der Schiene weiter gestärkt und die Hybridtechnik für Nutzfahrzeuge gefördert werden.

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