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Initiative Energieeffizienz-Netzwerke – Erfahrungsaustausch für den Klimaschutz

Fünf Millionen Treibhausgasemissionen sollen in den nächsten sechs Jahren eingespart werden. Zu diesem Ziel haben sich führende Verbände der deutschen Wirtschaft verpflichtet. Eine entsprechende Vereinbarung wurde gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesumweltministerium unterzeichnet. Um das vereinbarte Ziel zu erreichen, will die Wirtschaft 500 Energieeffizienz-Netzwerke etablieren, an denen sich bis zu 7.500 Unternehmen beteiligen können.

Berlin (csr-news) > Fünf Millionen Treibhausgasemissionen sollen in den nächsten sechs Jahren eingespart werden. Zu diesem Ziel haben sich führende Verbände der deutschen Wirtschaft verpflichtet. Eine entsprechende Vereinbarung wurde gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesumweltministerium unterzeichnet. Um das vereinbarte Ziel zu erreichen, will die Wirtschaft 500 Energieeffizienz-Netzwerke etablieren, an denen sich bis zu 7.500 Unternehmen beteiligen können.

„Eine Kultur der Energieeffizienz lässt sich nicht durch den Gesetzgeber vorschreiben“, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei der Unterzeichnung des Papiers. Sein Haus setzt deshalb auf das freiwillige Instrument der Energieeffizienz-Netzwerke. Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, so Gabriel, dass mit den Netzwerken große Effizienzpotenziale in den Unternehmen erschlossen werden können. Der Deal hilft beiden Seiten, die Bundesregierung muss für zusätzliche Einsparungen bei den CO2-Emissionen sorgen, um ihre Klimaschutzziele zu erreichen, und der Wirtschaft ist eine freiwillige Selbstverpflichtung lieber als ordnungspolitische Vorgaben. „Mit der Zusage übernimmt die deutsche Industrie Verantwortung“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber anlässlich der Unterzeichnung. „Die Effizienznetzwerke sind für die Verbesserung der Energieeffizienz das geeignete Instrument. Sie setzen auf das technische Know-how der Energieexperten in den Unternehmen statt auf teure Bürokratie und Meldepflichten. Über den Netzwerkgedanken fördern sie den Erfahrungsaustausch und starten einen Ideenwettbewerb“, so Kerber. Ein Energieeffizienz-Netzwerk besteht aus acht bis 15 Unternehmen. Jedes dieser beteiligten Unternehmen setzt sich ein konkretes Einsparziel und vereinbart Maßnahmen um dieses auch zu erreichen. Dafür stehen den Unternehmen erfahrene Energieberater zur Seite. Mit dessen Hilfe vereinbaren die Unternehmen eines Netzwerks anschließend ein gemeinsames Einsparziel. Ergebnisse aus einem Netzwerke-Projekt hätten nach Angaben des Wirtschaftsministeriums gezeigt, dass die teilnehmenden Unternehmen ihre Energieeffizienz nach drei bis vier Jahren im Vergleich zum Branchendurchschnitt deutlich stärker verbessern, ihre Treibhausgasemissionen im Schnitt um 1000 Tonnen CO2 reduzieren und ihre Energieproduktivität doppelt so schnell wie der Branchendurchschnitt erhöhen konnten.

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Diese Verbände haben die Selbstverpflichtung unterschrieben

Mit der Erklärung haben sich zunächst die Verbände verpflichtet, die Verbreitung von Energieeffizienz-Netzwerken bei den Unternehmen über die gesamte Laufzeit der Vereinbarung zu initiieren und zu fördern. Der Aufbau von Netzwerken sei keine leichte Übung und die Mitarbeit mit nicht unerheblichem Aufwand für alle Beteiligten verbunden, heißt es dazu vom DIHK, einem der Unterzeichner. „Bei Weitem nicht alle Versuche verlaufen erfolgreich“, gibt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks zu bedenken. Er sieht einen wesentlichen Vorteil darin, dass sich mit der neuen Vereinbarung auch die Bundesregierung die Netzwerkinitiative zu eigen macht. „Denn wir brauchen ein Commitment der Politik, sich auf ein solches Instrument der Basisarbeit einzulassen“, so Dercks. „Netzwerke können ein wichtiges Instrument beim Erkennen weiterer Energieeinsparpotenziale sein, die erst durch den Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen ans Licht kommen“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Sein Verband gehört ebenfalls zu den Unterzeichnern. Genth: „Der Einzelhandel ist schon in den letzten Jahren umfangreich in Vorleistung gegangen und hat hohe Einsparpotenziale bei seinem Energiebedarf gehoben. Angesichts der steigenden Energiepreise hätten sich für viele Handelsunternehmen wirksame Energieeffizienzmaßnahmen zu einem echten Wettbewerbsvorteil entwickelt. Jetzt gelte es, weitere Potenziale zu heben“. Genth betonte dabei auch die Bedeutung der kleinen Unternehmen: „Wir müssen bei den Netzwerken besonders den Mittelstand mit seinen vielen kleineren Energieverbrauchern einbinden. Gerade diese Betriebe können durch Energieeinsparungen wirtschaftliche Vorteile erlangen.“

Das Konzept der Energieeffizienz-Netzwerke wurde in den 1990er Jahren in der Schweiz entwickelt. Ihr besonderes Erfolgsrezept liegt im regelmäßigen, meist moderierten Erfahrungsaustausch. Die dadurch in Gang gesetzten Lerneffekte sorgen für eine durchschnittlich höhere Effizienzsteigerung als in Betrieben, die keinem Netzwerk angehören. Im Rahmen des sogenannten, vom Fraunhofer Institut ISI initiierten „30 Pilot Netzwerks“ wurden die Grundlagen der heutigen Managementsysteme für lernende Netzwerke gelegt. Die Mitglieder dieser Netzwerke werden bezuschusst und die Prozesse wissenschaftlich begleitet. Zwei Standards sind daraus hervorgegangen. Zum einen das Managementsystem LEEN für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten von zwischen 200.000 bis 50 Mio. Euro. Für kleinere Unternehmen mit Jahresenergiekosten zwischen etwa 30.000 und 300.000 Euro wurde Mari:e (Mach`s richtig: Energieeffizient!) entwickelt. Eine beschleunigte Senkung der Energiekosten und schnellere CO2-Minderung ist auch hier die Zielrichtung. Die Resultate in den bereits bestehenden Netzwerken können sich durchaus sehen lassen. Einsparungen von bis zu zehn Prozent bei den Energiekosten realisieren die Unternehmen im Durchschnitt innerhalb von drei bis vier Jahren. So amortisieren sich die Investitionskosten für Effizienzmaßnahmen in der Regel innerhalb weniger Jahre und auch das Klima kommt auf seine Kosten: Die vermiedenen CO2-Emissionen betrugen etwa 1.000 t pro Jahr.

Die Vereinbarung zur „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“ als Download.

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