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Kosten zur Anpassung an Klimawandel wesentlich höher als gedacht

Selbst bei einer drastischen Verringerung des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen werden die Kosten in den Entwicklungsländern zur Anpassung an den Klimawandel nach einem UNEP-Bericht um ein Vielfaches so hoch ausfallen wie bisher geschätzt.

Lima (afp) – Selbst bei einer drastischen Verringerung des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen werden die Kosten in den Entwicklungsländern zur Anpassung an den Klimawandel voraussichtlich um ein Vielfaches so hoch ausfallen wie bisher geschätzt. Das geht aus einem am Freitag in Lima vorgestellten Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP) hervor. In der peruanischen Hauptstadt findet noch bis kommenden Freitag die 20. UN-Klimakonferenz statt.

Bisher wurden die Kosten bis zum Jahr 2050 auf 70 bis 100 Milliarden Dollar (57 bis 81 Milliarden Euro) im Jahr veranschlagt. Nun wird aber erwartet, dass die Kosten bis 2030 auf 150 Milliarden Dollar pro Jahr und bis 2050 sogar auf zwischen 250 und 500 Milliarden Dollar steigen könnten, selbst wenn das allgemein anerkannte Ziel erreicht werden sollte, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Besonders nach 2020 entsteht dem Bericht zufolge eine große finanzielle Lücke.

Angesichts der UNEP-Prognose müsste das bisherige Ziel überdacht werden, den Entwicklungsländern bis spätestens 2020 aus Staatsetats und dem Privatsektor jährlich hundert Milliarden Dollar (80 Milliarden Euro) bereitzustellen, um Klimaschutzprojekte und die Bewältigung der Folgen der Erderwärmung zu finanzieren.

Laut UNEP-Chef Achim Steiner haben die explodierenden Kosten Auswirkungen auf Gemeinden, Städte, Unternehmen, Steuerzahler und Staatshaushalte sowie auf die Wirtschaft im Allgemeinen. Nationale Behörden und die internationale Gemeinschaft sollten deshalb die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, damit die „Lücken bei Finanzierung, Technologie und Wissen“ in der Planung und Budgetierung entsprechend berücksichtigt würden.

Mit dem Bericht werde eindrucksvoll angemahnt, dass „die potentiellen Kosten für Nichtstun“ sehr hoch ausfallen würden, hob Steiner hervor. Die Diskussion über die Kosten des Klimaschutzes müsse ehrlicher werden. „Das sind wir uns selbst, aber auch der kommenden Generation schuldig.“

Kommentar

  • Wann führen wir endlich die Debatte darüber, dass externe kosten bei jeder „wirtschaftlichkeits-Betrachtung“ zu berücksichtigen sind.
    Wir müssen endlich begreifen, dass die eindimensionale betriebswirtschaftliche Betrachtung bei weitem nicht mehr ausreichend sein kann wenn der Volkswirtschaftliche Schaden permanent steigt.

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