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Lean and Green: Logistik optimieren und Umweltverantwortung kommunizieren

Durch Unternehmenskooperationen können deutliche CO2-Einsparungen in der Logistik erreicht werden. „Häufig fehlt eine Plattform, auf der sich Unternehmen über Logistikprozesse austauschen und Kooperationen vereinbaren können“, sagt Stephan Schaller, Senior Manager Sustainability bei GS1 Germany. Mit „Lean and Green“ bietet GS1 Germany in Deutschland eine solche Plattform an.

Köln (csr-news) – Durch Unternehmenskooperationen können deutliche CO2-Einsparungen in der Logistik erreicht werden. „Häufig fehlt eine Plattform, auf der sich Unternehmen über Logistikprozesse austauschen und Kooperationen vereinbaren können“, sagt Stephan Schaller, Senior Manager Sustainability bei GS1 Germany. Mit „Lean and Green“ bietet GS1 Germany in Deutschland eine solche Plattform an.

„Wir treffen uns zweimal im Jahr zu Konferenzen, bei denen sich neue Partner im Netzwerk persönlich kennenlernen“, so Schaller. Dabei finden Teilnehmer aus unterschiedlichen Branchen zusammen und können durch ihre Koordination Leerfahrten von LKW vermeiden, Bahnwaggons gemeinsam füllen und so gleichermaßen Kosten reduzieren und die Umwelt entlasten. Das entspricht den Zielen von Lean and Green:

Gegründet wurde die Initiative auf Anregung der niederländischen Regierung von der niederländischen NGO Connekt, einem Netzwerk für nachhaltige Logistik. Lean and Green-Teilnehmer verpflichten sich, ihren CO2-Ausstoß innerhalb von fünf Jahren um 20 Prozent zu reduzieren. In Deutschland gibt es die Lean and Green-Plattform durch GS1 Germany seit 2013. Schaller: „Logistik ist der kleinste gemeinsame Nenner, sehr viele Unternehmen können teilnehmen.“ Voraussetzung für die Teilnahme ist ein individueller Aktionsplan, der die zur CO2-Reduzierung geplanten Maßnahmen aufweist und der vom TÜV Nord begutachtet wird. Danach werden die Unternehmen mit dem Lean and Green Award ausgezeichnet und dürfen das zugehörige Logo in ihrer Kommunikation verwenden.

Die Berechnung der CO2-Emmissionen ist für viele Unternehmen eine Herausforderung, der Kosteneinsparungspotentiale und eine glaubwürdige Umweltkommunikation als Nutzen gegenüberstehen. Interessierten Unternehmen sagt Schaller: „Rechnen Sie, wie Sie es möchten, aber orientieren Sie sich an geltenden Standards.“ Das sind etwa die ISO-Norm 14067 und das Greenhouse Gas Protocol. Das gewählte Messsystem soll dann für fünf Jahre konstant gehalten werden. Bezugsgrößen für die CO2-Messung werden dabei spezifisch gewählt, sodass eine reine Ausweitung der Geschäftstätigkeit das Ergebnis nicht verschlechtert.

„20 Prozent CO2-Reduktion in fünf Jahren, das sind rechnerisch vier Prozent pro Jahr – und die lassen sich nicht allein mit einer Erneuerung des Fuhrparks und der technischen Anlagen erreichen“, sagt Schaller. Mit dem neusten Stand der Technik ließen sich etwa ein bis zwei Prozent CO2-Emmissionen pro Jahr einsparen, weshalb weitere Maßnahmen unentbehrlich würden:

Ein großer Hebel seien die verbesserte LKW-Auslastung durch optimierte Bestellrhythmen und -mengen. Im Lean and Green-Programm seien beispielsweise Lebensmittelhändler und –hersteller vertreten, die hier miteinander über eine CO2-optimierte Anlieferung sprächen und die sich so erzielte CO2-Reduktionen beide voll zuschreiben lassen könnten. Auch die Wahl von Logistikstandorten trage wesentlich zu einer Verringerung des Klimagasausstoßes bei. Ein weiterer wichtiger Hebel sei die Beteiligung der Mitarbeiter, etwa durch Fahrertrainings und Bonussysteme. Kontrollen des Fahrverhaltens sollten die Anforderungen für eine Incentivierung erfüllen, ohne einen „gläsernen Mitarbeiter“ zu schaffen. „Es wird in der Branche viel probiert“, sagt Schaller. Dazu gehöre auch der Einsatz von Lang-LKWs.

Im Blick auf Optimierungen durch Kooperationen sagt Schaller: „Da sind noch nicht alle Spielräume ausgeschöpft.“ So haben in der Vergangenheit Schokoriegel-Hersteller ihre Auslieferung an den Handel auf der „letzten Meile“ zusammengelegt, was Kosten und CO2-Ausstoß spart und auch vom Handel als positiv erlebt wird. In dieser Richtung bleibt bislang einiges an Optimierungspotential ungenutzt.

Informationen zu Lean and Green für die Logistik >> im Internet

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