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Lidl verzichtet ab 2020 auf giftige Chemikalien in Textilproduktion

Bei schmutz- und wasserabweisenden Sport- und Funktionstextilien habe Lidl bereits sogenannte poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC) durch eine “ökologische Alternative” ersetzt, teilte das Unternehmen mit.

Neckersulm (afp) – Der Lebensmitteldiscounter Lidl will ab dem Jahr 2020 bei der Herstellung von Kleidung und Schuhen auf giftige Chemikalien verzichten. Lidl sei sich der Verantwortung für Mensch und Natur bewusst und habe deshalb eine entsprechende Vereinbarung mit der Umweltorganisation Greenpeace getroffen, teilte das in ganz Europa tätige Unternehmen aus Neckarsulm am Mittwoch mit. Greenpeace hatte zuletzt im Oktober umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien in Kinderkleidung aus dem Supermarkt kritisiert.

Bei schmutz- und wasserabweisenden Sport- und Funktionstextilien habe Lidl bereits sogenannte poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC) durch eine “ökologische Alternative” ersetzt, teilte das Unternehmen nun mit. Der Stoff sei biologisch abbaubar und bilde keine schädlichen Nebenprodukte. “Lidl steht für die hohe Qualität und Sicherheit seiner Artikel ein, denn die Gesundheit, der Schutz und die Zufriedenheit der Kunden und Mitarbeiter sind für Lidl ein maßgebliches Anliegen.”

Mit der Entscheidung mache Lidl einen “gewaltigen ersten Schritt nach vorne”, erklärte Greenpeace-Chemie-Experte Manfred Santen. Nun müssten andere Discounter wie Aldi und Penny folgen.

Laut Greenpeace will Lidl bis Ende Juni 2016 gefährliche Schadstoffe wie Alkylphenolethoxylate verbannen, durch die im Abwasser hochgiftige Stoffe für Wasserorganismen entstehen. Auf die Gruppe der für das Immunsystem und die Fortpflanzung teilweise schädlichen PFC müsse bis spätestens Juli 2017 in Textilien, Schuhen und Heimtextilien verzichtet werden. Lidl habe sich zudem dazu verpflichtet, dass 80 Prozent seiner Lieferanten bis Ende 2015 ihre Abwasserdaten offenlegen, erklärte Greenpeace.

21 international führende Modeunternehmen und sechs italienische Zulieferer haben sich gegenüber Greenpeace bereits verpflichtet, ihre Produktion bis 2020 zu entgiften – darunter auch Tchibo. Der Umweltschutzorganisation zufolge verunreinigen die Abwässer aus Textilfabriken Gewässer weltweit. Vor allem in Asien sei das Problem schwerwiegend. So seien in China etwa zwei Drittel der Gewässer mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien belastet, die vor allem aus der Textilproduktion stammen.