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Neuer Dirty Profits Report erschienen

Die Organisation Facing Finance hat zusammen mit anderen NGOs, darunter Urgewald und Frinds of Earth, anlässlich des internationalen Tags der Menschenrechte ihren inzwischen dritten Dirty Profits Report veröffentlicht.

Berlin (csr-news) > Die Organisation Facing Finance hat zusammen mit anderen NGOs, darunter Urgewald und Frinds of Earth, anlässlich des internationalen Tags der Menschenrechte ihren inzwischen dritten Dirty Profits Report veröffentlicht. Der Bericht ist ein zivilgesellschaftliches Kooperationsprojekt an dem sich über 30 Autoren aus 10 Ländern beteiligt haben. Für den aktuellen Bericht wurden 25 Unternehmen analysiert und stichprobenartig zahlreiche gravierende Verstöße gegen international etablierte Normen und Standards dokumentiert. Ausgewählt wurden Unternehmen, die bereits bei einigen Investoren auf Ausschlusslisten stehen, gegen die Gerichtsverfahren laufen, die gegen internationales und nationales Recht verstoßen oder gegen die massive Vorwürfe und Anklagen von Medien und Zivilgesellschaft erhoben wurden. Konkret untersucht wird welche Rolle Finanzinstitute dabei spielen. „Massive Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Ausbeutung und Umwelt- sowie Klimazerstörung gehören offensichtlich immer noch zu den ausschließlich profitorientierten Geschäftsmodellen global agierender Unternehmen und ihrer Finanzdienstleister“, beklagt Thomas Küchenmeister von Facing Finance.

Der Bericht dokumentiert Konzerne aus der korruptionsanfälligen Pharmabranche, ebenso wie Unternehmen die gigantische CO2 Emissionen zu verantworten haben. Außerdem werden massive Verletzungen von Arbeitsrechten in der Textilindustrie beklagt. Des Weiteren macht der Report auf die sprunghaft ansteigende Nachfrage nach Land aufmerksam. Seit dem Jahr 2000 sind mindestens 49 Millionen Hektar in Entwicklungsländern von Unternehmen angemietet oder angefragt worden. „Wir brauchen dringend Rechtsvorschriften, die dafür sorgen, dass Banken, Pensionsfonds und andere Investoren keine Unternehmen mehr unterstützen, die in illegale Landnahme (land grabbing) oder Umweltzerstörung involviert sind“, sagt Anne van Schaik vom NRO-Bündnis Friends of the Earth Europe. Der Bericht analysiert zudem aktuelle Verurteilungen und die damit verbundenen hohen Geldstrafen für Banken wie BNP und beklagt die gleichzeitig ausbleibende Kontrolle der Finanzdienstleister.

Im Untersuchungszeitraum von Anfang 2012 bis zum Sommer 2014 beläuft sich die Summe der Finanzbeziehungen, die die 24 untersuchten Finanzinstitute zu den ausgewählten 25 kontroversen Konzernen unterhalten, auf ca. 144 Mrd. Euro. Recherchiert wurde dies von der niederländischen Agentur PROFUNDO. Davon lassen sich 67 Milliarden Euro den ausgewählten CO2-Hauptemittenten zuordnen sowie weitere fast 29 Milliarden Euro kontroversen Rohstoff- und Bergbau-Unternehmen. Dirty Profits 3 dokumentiert eine Reihe von Selbstverpflichtungen der Konzerne und Finanzdienstleister. „Leider reichen die unverbindlichen Selbstverpflichtungen der Finanzdienstleister und Konzerne bei weitem nicht aus, um massive Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen zu verhindern,“ beklagt Thomas Küchenmeister und fordert mehr rechtlich verbindliche Verpflichtungen für Unternehmen und Finanzdienstleister, um eine gebührende menschenrechtliche Sorgfalt im globalen Geschäfts- und Finanzverkehr sicherzustellen.

Der Report Dirty Profits 3 zum Download.

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