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CSR Lexikon: Zahlreiche Neueinträge und die Planungen für 2015

Seit dieser Woche enthält das CSR Lexikon Fachbeiträge zu zahlreichen neuen Stichworten. Die seit heute verfügbaren Texte stellen wir Ihnen in einer Übersicht vor – und zugleich die Planungen für die Weiterentwicklung des Lexikons im kommenden Jahr. Das CSR Lexikon auf csr-knowledge.net bietet praxisorientierte Erklärungen zu CSR-Begriffen sowie weiterführende Informationen. Das erleichtert Praktikern eine schnelle Orientierung und ein vertieftes Einarbeiten.

Hückeswagen (csr-news) – Seit dieser Woche enthält das CSR Lexikon Fachbeiträge zu zahlreichen neuen Stichworten. Die seit heute verfügbaren Texte stellen wir Ihnen in einer Übersicht vor – und zugleich die Planungen für die Weiterentwicklung des Lexikons im kommenden Jahr.

Das CSR Lexikon auf csr-knowledge.net bietet praxisorientierte Erklärungen zu CSR-Begriffen sowie weiterführende Informationen. Das erleichtert Praktikern eine schnelle Orientierung und ein vertieftes Einarbeiten. Zu den Lexikoneinträgen wird in den entsprechenden Nachrichten auf CSR NEWS verwiesen und die Einträge selbst verweisen auf aktuelle News. Folgende Stichworte stehen Ihnen seit heute zur Verfügung:

Stichwort: Konfliktrohstoffe

Konfliktressourcen kommen natürlich vor. Im Rahmen eines Konfliktes können die systematische Ausbeutung und der Handel zu schwersten Verletzungen der Menschenrechte, des humanitären Völkerrechts oder zu völkerstrafrechtlichen Tatbeständen führen.

Stichwort: Konsum

Unter Konsum (lat. consumere „verbrauchen“) versteht man allgemein den Verzehr oder Verbrauch von Gütern. Im volkswirtschaftlichen Sinne steht der Begriff für den Kauf von Gütern des privaten Ge- oder Verbrauchs durch Konsumenten (Haushalte).

Stichwort: Korruption

Ein einheitliches Verständnis des Begriffes Korruption gibt es nicht. Das Bundeskriminalamt definiert Korruption als „Missbrauch eines öffentlichen Amtes, einer Funktion in der Wirtschaft oder eines politischen Mandats zugunsten eines Anderen, auf dessen Veranlassung oder Eigeninitiative, zur Erlangung eines Vorteils für sich oder einen Dritten, mit Eintritt oder in Erwartung des Eintritts eines Schadens oder Nachteils für die Allgemeinheit (in amtlicher oder politischer Funktion) oder für ein Unternehmen (betreffend Täter als Funktionsträger in der Wirtschaft)“. Als Hauptdelikte der Korruption gelten Bestechung und Bestechlichkeit sowie Vorteilsnahme und –gewährung.

Stichwort: Marktplatz-Methode

Seit 2006 finden in Deutschland in verschiedenen Städten Marktplätze für Unternehmen und Gemeinnützige (im Folgenden kurz: Marktplatz) statt, bei denen in einem Zeitraum von ein bis zwei Stunden Vertreter gemeinnütziger Organisationen einerseits und gewerblicher Unternehmen andererseits gemeinsame Engagementprojekte verhandeln und schließlich schriftlich vereinbaren. Hierbei werden sie von „Maklern“ unterstützt, so dass am Ende möglichst alle Engagementangebote von gemeinnütziger Seite ein passendes Engagementinteresse auf Unternehmensseite finden und umgekehrt. In der Regel kann auf diesen Marktplätzen von gemeinnütziger Seite nach jeder Art der Unterstützung gefragt werden – außer nach direkten finanziellen Beiträgen. Im Mittelpunkt steht hier das Engagement der Unternehmen mit ihrer Kompetenz, ihrem Personal sowie ihrer Infrastruktur.

Stichwort: Millenniumziele

Die Millenniumsziele wurden im Jahr 2000 definiert, als die Staats- und Regierungschefs aus 189 Ländern die „Millenniumserklärung“ unterschrieben. Angesichts von 1,25 Milliarden in absoluter Armut lebender Menschen hatten sie Großes vor: Sie verpflichteten sich konkret darauf, Menschen weltweit aus der Armut zu befreien. Dazu einigte man sich auf insgesamt acht Ziele die bis 2015 für mehr Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit sorgen sollen.

Stichwort: Pro bono

„Pro bono publico“ – der lateinische Begriff wird mit „zum Wohle der Öffentlichkeit“ übersetzt. Pro bono steht für das gesellschaftliche Engagement von Fach- und Führungskräften aus Unternehmen, die ihre professionellen Kompetenzen zugunsten von gemeinnützigen Organisationen (z.B. Vereinen, Bürgerstiftungen und anderen Nonprofit-Organisationen) einbringen. Das unentgeltliche Pro-bono-Engagement kann von den Beschäftigten selbst ausgehen oder vom Arbeitgeber als Teil von Corporate Volunteering (vom Arbeitgeber gefördertes Mitarbeiterengagement) organisiert werden. Die Fach- und Führungskräfte übernehmen die Pro-bono-Leistungen freiwillig, in ihrer Arbeitszeit oder werden dafür vom Unternehmen freigestellt. Das Pro-bono-Engagement kann zeitlich begrenzt angelegt sein, ebenso in eine langfristige Kooperation münden.

Stichwort: Product Carbon Footprint

„Der Product Carbon Footprint (PCF) bezeichnet die Bilanz der Treibhausgasemissionen entlang des Lebenszyklus eines Produktes in einer definierten Anwendung und bezogen auf eine definierte Nutzeinheit“ (ISO/TS 14067:2013). Als Treibhausgasemissionen (THG) werden dabei die Gase verstanden, die vom Weltklimarat (IPCC) mit Treibhauspotenzial (engl. Global Warming Potential, GWP) definiert wurden, d.h.: Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFC), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) und Schwefelhexafluorid (SF6). Für eine einheitliche Bemessungsgrundlage werden alle THG in CO2-Äquivalente umgerechnet. (Beispiel Methan=25 CO2e). Definierte Anwendung meint die Festlegung von Systemgrenzen. Dazu existieren folgende Ansätze: Cradle-to-Gate erfasst die Emissionen bis zum Werkstor, Cradle-to-Grave bis zum Lebensende des Produktes und Cradle-to-Cradle bezieht Recyclingprozesse mit dem Ziel eines geschlossenen Kreislaufs in die Betrachtung ein. Die Nutzeinheit oder funktionale Einheit bedeutet, der CO2-Wert wird z.B. pro Stück oder pro kg angegeben.

Stichwort: Technologiefolgenabschätzung

Die Technikfolgenabschätzung (TA) ist ein problemorientierter Ansatz, um Gesellschaft, Wirtschaft und Politik in einer strukturierten und wissenschaftlich fundierten Weise Information und Orientierungshilfen zur Verfügung zu stellen und beratend bei der Abschätzung von Technikfolgen zu unterstützen. Sie beschäftigt sich mit Technikfolgen, die noch nicht eingetreten sind, identifiziert potentiellen Folgen, generiert Wissen über die jeweilige Technik, ihre Folgen und die Auswirkungen dieser Folgen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft und erarbeitet Handlungsoptionen für Entscheider und durch die Folgen Betroffene. Die TA untersucht sowohl die positiven als auch die negative Folgen der Technik und legt dabei ein besonderes Augenmerk auf die nichtintendierten negativen Folgen, also Folgen die nicht als solche spezifiziert wurden und nicht erwünscht sind.

Stichwort: Tripple Bottom Line

Das Triple Bottom Line Modell (TBL, 3BL) ist ein Konzept zur ganzheitlichen Bilanzierung der Ergebnisse eines Unternehmens. Das Konzept basiert auf der konventionellen Unternehmensbilanzierung, in der im Englischen die ‘Bottom Line’ für den Unternehmensprofit steht, und erweitert diese Bilanz um die soziale und ökologische Dimension der Nachhaltigkeit. Der Ansatz kann auch als eine spezifische Form der Balance Scorecard betrachtet werden. Die TBL wird zur Berechnung und Gegenüberstellung der ökologischen, sozialen und ökonomischen Wertbeiträge eines Unternehmens innerhalb eine Periode genutzt.

Stichwort: Wasser-Fußabdruck

Lokales Handeln hat globale Effekte. In unserer globalisierten Welt ist diese Erkenntnis in vielen Bereichen relevant, auch beim Wasser. Denn nicht Trinken und Duschen sind die treibenden Kräfte für den Wasserverbrauch. Die Produktion von Nahrungsmitteln und Non-Food-Gütern und die globale Vernetzung der Produktionskette sind hauptverantwortlich für den weltweiten Verbrauch von Wasser – und das nicht nur in humiden Gebieten, sondern eben auch in Gebieten, die unter Wasserknappheit leiden und wo Wasserverbrauch zu erheblich Problemen führt. In Anlehnung an den ökologischen Fußabdruck wird die „ganzheitliche“ Erfassung und Bewertung des Wasserverbrauchs als Wasser-Fußabdruck (Water Footprint) bezeichnet – ein Wert, der den direkten als auch den indirekten Wasserverbrauch einschließt.

Stichwort: Wohlstand

Wohlstand bezeichnet umgangssprachlich den Zustand dass es einer Person, Organisation oder Gesellschaft in materieller Hinsicht an nichts mangelt. In der Ökonomie bezeichnet der Wohlstand das Ausmaß der Versorgung von Personen oder Staaten mit Gütern und Dienstleistungen und der Kontrolle über Ressourcen und Vermögenswerte. Der Wohlstand bezieht sich damit nur auf materielle Aspekte, die im Allgemeinen monetär bewertet werden können. Immaterielle Aspekte wie individuelle Wahrnehmungen und Gefühlszustände werden durch das Wohlbefinden beschrieben. Die Lebensqualität als eine Kombination aus objektiven Lebensbedingungen und subjektivem Wohlbefinden fasst den Wohlstand und das Wohlbefinden zusammen und fügt weiter Elemente wie die Qualität des sozialen Umfeldes und der ökologischen Bedingungen hinzu.

Stichwort: Work-Life-Balance

Mehr als Ausgleich zwischen Beruf, Familie und Privatleben bedeutet der Begriff Work-Life-Balance. Vielmehr betrachtet Work-Life-Balance nicht nur betriebliche Rahmenbedingungen, Unternehmenskultur und persönliches Engagement. Es zeichnet sich durch innovatives Recruiting, geringer Personalfluktuation und Krankenstand, ein aktives Change Management (nicht nur in Krisenzeiten), eine zukunftsweisende Unternehmenskultur und Verhalten aus. Der Schlüssel dieses Unternehmensstrategie ist in größtem Maße der Mensch, der eine sinnvolle Arbeit als Teil seines Lebensplans sieht. Unternehmenskonzepte zur Work-Life-Balance zeigen Balancemöglichkeiten des Einzelnen und bringen dieses gemeinsame Verständnis in einen unternehmerischen Kontext.

Stichwort: Zertifizierung

Zertifizierung ist die Beurkundung, dass die Prozesse in einem Unternehmen, einer Organisation oder bei der Herstellung eines Produkts einem zuvor definierten Standard entsprechen. Sie ist nur dann seriös, wenn sie durch eine unabhängige dritte Partei ausgesprochen wird. Der international anerkannte Ablauf der Zertifizierung basiert auf der Richtlinie ISO/IEC 17065:2012.

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Zu den untenstehenden Stichworten suchen wir Autoren. Gerne können Sie auch Vorschläge zu weiteren Stichworten für das Lexikon einreichen. Eine Richtlinie mit Style Guide für die Beiträge zum Lexikon >> finden Sie hier. Die Artikel werden zeitnah nach Einreichung veröffentlicht. Das CSR Lexikon ist ein Projekt des Vereins Unternehmen – Verantwortung – Gesellschaft e.V.

Das sind unsere Stichworte für das Jahr 2015:

Agenda 21
Agenda-Setting
Aquakultur
Arbeitsmigration
Audit
öffentliche Beschaffung
Bau nachhaltiger
Bioökonomie
Bottom oft he pyramid
Burn-out
Deutscher Nachhaltigkeitspreis
Diversity Management
EU-Nachhaltigkeitsstrategie
Freiwilligenagentur
Green Meetings & Events
Handwerk nachhaltiges
Living Wages
Menschenrechte
Mobilität nachhaltige
Philanthropie
Rat für nachhaltige Entwicklung (RNE)
Round Table
SA8000
Social Business (Sozialunternehmen)
Traceability (Rückverfolgbarkeit)
Unternehmensstiftungen

Für Anregungen oder Beiträge zum CSR Lexikon kontaktieren Sie uns gerne unter redaktion@csr-news.net oder Tel.: +49 2192 8546458.