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Rekordstrafe gegen chinesische Firmen wegen Umweltverschmutzung

Die Unternehmen in Taizhou in der östlichen Provinz Jiangsu wurden für schuldig befunden, 25.000 Tonnen Chemikalien in Flüssen entsorgt zu haben.

Peking (afp) – Wegen Umweltverschmutzung müssen sechs chinesische Unternehmen Rekordstrafen von umgerechnet etwa 21,4 Millionen Euro zahlen. Die Unternehmen in Taizhou in der östlichen Provinz Jiangsu wurden für schuldig befunden, 25.000 Tonnen Chemikalien in Flüssen entsorgt zu haben, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch berichtete. Kläger war eine örtliche Umweltschutzorganisation.

In einem ersten Urteil eines örtlichen Gerichts waren die Unternehmen bereits zu Strafen von insgesamt 160 Millionen Yuan (21,4 Millionen Euro) verurteilt worden. Von höherer Instanz wurde das Urteil am Dienstag bestätigt. Es ist die höchste jemals in China verhängte Strafzahlung. Im August waren überdies 14 in den Fall verwickelte Beschuldigte zu Haftstrafen zwischen zwei und fünf Jahren verurteilt worden.

Die schnelle und uneingeschränkte Industrialisierung Chinas hat in den vergangenen drei Jahrzehnten schwere Spuren in der Umwelt hinterlassen. Jüngsten Studien zufolge sind etwa zwei Drittel des chinesischen Bodens verseucht, 60 Prozent des Grundwassers ist angesichts der Verschmutzung nicht zum Trinken geeignet. Gegen die Umweltverschmutzung gibt es zunehmend Proteste. Zwar hat die chinesische Führung eine Reihe von Maßnahmen gegen die Verschmutzungen verkündet, es bleiben aber Fragen hinsichtlich deren Umsetzung.