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General-Anzeiger: UN Leitprinzipien wirkungsschwach

Beim Thema Unternehmen und Menschenrechte klaffen Resolutionen und Realität oft weit auseinander.

Bonn (csr-news) – Beim Thema Unternehmen und Menschenrechte klaffen Resolutionen und Realität oft weit auseinander. Kinder- und Zwangsarbeit, illegale Umsiedlungen, Umweltverschmutzung und verheerende Fabrikbrände seien weiter an der Tagesordnung, schreibt der Bonner General-Anzeiger (Online-Ausgabe vom 5. Januar). Es mangelt es nicht an Resolutionen zur Unternehmensverantwortung wie etwa den „Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte“ der Vereinten Nationen. „Die UN Leitprinzipien haben an der Realität nicht viel geändert“, sagte Audrey Gaughran, Direktorin für globale Themen bei Amnesty International, dem General-Anzeiger. „Zwar gibt es mehr und mehr gute Absichtserklärungen von multinationalen Konzernen. Doch sobald ein Unternehmen in einen Fall verwickelt ist, wird sofort wieder geleugnet.“ Ein Problem sei die Freiwilligkeit der UN Leitprinzipien. Gaughran weiter: „Wir brauchen ein Gesetz, das genauso grenzüberschreitend ist wie die Geschäfte der Konzerne.“ Deutschland beginne mit der Erstellung eines Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN Leitprinzipien; einen solchen gebe es bereits in Großbritannien und Dänemark. Bis 2016 soll dem Kabinett ein Entwurf dazu vorliegen, Hermes-Bürgschaften sollen dann Sozialkriterien berücksichtigen, schreibt der General-Anzeiger unter Berufung auf das Auswärtige Amt.

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