Nachrichten

Zahl weiblicher Dax-Vorstände legt leicht zu: Anteil unter allen 160 börsennotierten Firmen rückläufig

In den Vorständen der 30 Dax-Unternehmen sitzen mehr Frauen als noch vor einem Jahr. Ende 2014 hätten 40 Prozent der im Deutschen Aktienindex notierten Unternehmen mindestens eine Frau im Vorstand gehabt – und damit zehn Prozent mehr als im Dezember 2013, teilte die Beratungsgesellschaft EY am Dienstag in Stuttgart mit. Der Frauenanteil in den Vorständen von insgesamt 160 börsennotierten Unternehmen allerdings ist rückläufig.

Stuttgart (afp) – In den Vorständen der 30 Dax-Unternehmen sitzen mehr Frauen als noch vor einem Jahr. Ende 2014 hätten 40 Prozent der im Deutschen Aktienindex notierten Unternehmen mindestens eine Frau im Vorstand gehabt – und damit zehn Prozent mehr als im Dezember 2013, teilte die Beratungsgesellschaft EY am Dienstag in Stuttgart mit. Der Frauenanteil in den Vorständen von insgesamt 160 börsennotierten Unternehmen allerdings ist rückläufig.

Von Michael Rebmann

Würden die anderen börsennotierten Unternehmen in den Indizes MDax, SDax und TecDax berücksichtigt, zeige sich ein anderes Bild, erklärte EY. In den 160 untersuchten Firmen sei der Frauenanteil in den Vorständen insgesamt gesunken. Ende 2014 gab es demnach 37 weibliche und 626 männliche Vorstände. Vor einem Jahr seien dagegen noch 41 Frauen in den Vorstandsetagen vertreten gewesen. Ihr Anteil sank damit von 6,1 auf 5,6 Prozent.

Der EY-Studie zufolge sind drei von vier Vorstandsgremien der börsennotierten Unternehmen nach wie vor ausschließlich mit Männern besetzt. “Die Bemühungen vieler Unternehmen, mehr Frauen an die Spitze zu bringen, zeigen noch nicht den gewünschten Erfolg”, erklärte Ana-Cristina Grohnert von EY.

Nach wie vor unterscheide sich der Frauenanteil je nach Branche sehr deutlich. Während im Bereich Transport und Logistik 15 Prozent der Vorstände weiblich seien, sei ihr Anteil in der Rohstoffbranche und in der Informationstechnologie mit jeweils zwei Prozent deutlich niedriger, teilte die Beratungsgesellschaft mit. Im Energiesektor ist derzeit demnach sogar kein einziges Vorstandsmitglied weiblich.

Positiv wertet die Beratungsgesellschaft aber, dass Frauen sich inzwischen in allen Vorstandsbereichen etabliert haben. Eine Aufteilung nach “klassischen männlichen und weiblichen Ressorts” sei “kaum noch möglich”, teilte EY mit. Dies führe dazu, dass “auf Dauer” auch mehr Frauen das operative Geschäft leiten und Vorstandsvorsitzende werden würden, erklärte Grohnert. Bislang allerdings ist nur eine einzige Frau Vorstandschefin eines der 160 börsennotierten Unternehmen: Anke Schäferkordt führt zusammen mit Guillaume de Posch die im MDax notierte RTL Group.

Während die Unternehmen ihre Vorstände freiwillig mit mehr Frauen besetzten sollen, ist die Besetzung der Aufsichtsräte künftig gesetzlich geregelt. Im Dezember verabschiedete die Bundesregierung ein Gesetz zur Frauenquote für die Kontrollgremien in Großunternehmen. Ab 2016 müssen die 108 größten börsennotierten Unternehmen mindestens 30 Prozent ihrer Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen.