Agenturmeldung Nachrichten

Agrarbündnis fordert Abkehr von industrieller Landwirtschaft

Das Agrarbündins, ein Zusammenschluss von 25 Verbänden unter anderem aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, hat am Donnerstag anlässlich der Grünen Woche in Berlin seinen Kritischen Agrarbericht 2015 vorgestellt.

Berlin (afp) – Weg von industrieller Landwirtschaft, hin zu bäuerlichen Strukturen: Das Agrarbündins, ein Zusammenschluss von 25 Verbänden unter anderem aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, hat am Donnerstag anlässlich der Grünen Woche in Berlin seinen Kritischen Agrarbericht 2015 vorgestellt. Neben der Forderung nach nachhaltiger Landwirtschaft kritisierte das Bündnis das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA und forderte höhere Preise für Fleisch.

Frieder Thomas, Geschäftsführer des Bündnisses, erklärte, viele Landwirte litten unter dem „permanenten Wachstumsdruck“, der auf ihnen liege. Dabei hätten sich bäuerliche, nachhaltige Wirtschaftsstile „weltweit bewährt“ und die Ernährung auch in Krisenzeiten garantiert. „Bäuerliche Werte“ lägen zudem „im Trend“. Große Teile der Gesellschaft würden eine Abkehr von der industriellen Agrarwirtschaft befürworten.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, kritisierte die Fleischpreise in Deutschland. „Fleisch ist heute viel zu billig und Tierschutz ist zu Dumpingpreisen nicht machbar“, erklärte er. Schuld daran sei die „aggressive“ Preispolitik vieler Discounter und Handelsunternehmen. Schröder forderte eine Kennzeichnungspflicht für Fleisch, so dass Verbraucher erkennen könnten, „wie es dem Tier ergangenen“ sei.

Zudem kritisierte das Bündnis das geplante Freihandelsabkommen TTIP. Der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, teilte mit, dass entgegen „regierungsoffiziellen Verlautbarungen“ beim Verbraucherschutz künftig mit Kompromissen „auf niedrigstem Niveau“ zu rechnen sei.

Das Bündnis ruft am Samstag in Berlin zu einer Demonstration auf. Unter dem Motto „Wir haben es satt“ wollen die Veranstalter gegen die industrielle Landwirtschaft demonstrieren.

Weitere Informationen im Internet:
www.kritischer-agrarbericht.de