Nachrichten

CSRbriefly am Freitag

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen: Tourismus mit Zukunft – Preis für Nachhaltigkeit, Lebensmittelindustrie verbessert ihren Ruf, Löchrige Kleider: Missbrauch in der Textilindustrie Südindiens, Verbraucher wollen weniger Verpackungen, dafür regionales Obst und Gemüse, Mit dem „digitalen Whistleblower“ gegen Korruption, Neuer Kriterienkatalog für Grüner Strom-Label, Diagnoseverfahren zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz, Monster Wage Index zeigt: Geld allein macht nicht glücklich , CO2-neutraler Expressversand ohne zusätzliche Kosten, Wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Stromanbietern untersucht und Konsumenten wünschen sich mehr Wertschätzung.

 

Tourismus mit Zukunft – Preis für Nachhaltigkeit
Niedersachsen setzt auf nachhaltigen Tourismus will verstärkt dazu beitragen, dass ökologische, ökonomische und soziale Aspekte des Tourismus gleichermaßen berücksichtigt werden. Um neue Impulse in diesem Bereich zu setzen, wird in diesem Jahr erstmalig ein landesweiter Wettbewerb für nachhaltige Tourismusprojekte ausgeschrieben. Wirtschaftsminister Olaf Lies: „Viele unserer Urlauber schätzen gerade die intakten Naturlandschaften, die unser Land zu bieten hat. Nachhaltiger Tourismus trägt erheblich zu einer dauerhaften Wertschöpfung bei und ist Impulsgeber für eine nachhaltige Regionalentwicklung im ländlichen Raum“. Insgesamt stehen 90.000 Euro an Preisgeldern für den Wettbewerb zur Verfügung, die auf vier Preisträger aufgeteilt werden. Bewerben können sich Reiseregionen, Kommunen und Tourismusunternehmen, aber auch touristische Netzwerke, Initiativen und Nichtregierungsorganisationen. Voraussetzung für eine Teilnahme ist eine umsetzungsfähige aber noch nicht umgesetzte Projektidee, die eine nachhaltige Entwicklung im Tourismus verfolgt. Bewerbungsschluss ist der 30. April 2015. Weitere Informationen enthält die Projektwebsite.

Lebensmittelindustrie verbessert ihren Ruf
Der Verein „Die Lebensmittelwirtschaft“ zieht im dritten Jahr seines Bestehens eine positive Bilanz. So zeigt der, in dieser Woche vorgestellte, bei TNS Infratest erstellte Reputations-Index, dass rund ein Viertel der Befragten den aktuellen Ruf von Lebensmitteln als „ausgezeichnet“ oder „sehr gut“ einschätzen. Auf dem Reputationsindex bedeutet dies einen Anstieg von 39 auf 46 Punkte im Vergleich zum Vorjahr. „Die Lebensmittel in Deutschland haben ihren guten Ruf nicht nur verteidigt, sondern ihn sogar noch weiter ausgebaut. Auf dieses Ergebnis können die gesamte Branche und wir als Verein stolz sein“, erklärt Stephan Becker-Sonnenschein, Geschäftsführer des Vereins. Die Frage, ob man deutschen Lebensmitteln vertrauen schenken könne, beantworten 64 Prozent der Befragten mit „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“. Der Reputationsindex zum Download.

Löchrige Kleider: Missbrauch in der Textilindustrie Südindiens
Der von FEMNET übersetzte Bericht der niederländischen Nichtregierungsorganisationen SOMO und ICN mit dem Titel „Löchrige Kleider: Der Missbrauch von Mädchen und jungen Frauen in der Textilindustrie Südindiens“ gibt Einblicke in schwere Verstöße gegen internationale Arbeits- und Menschenrechte in den Spinnereien des südindischen Bundesstaates Tamil Nadu. Gisela Burckhardt, FEMNET, stellt fest: „Der Bericht legt eindeutig dar, dass in den Spinnereien Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft und Menschenhandel bestehen.“ Viele der Frauen bekommen keine Arbeitsverträge und müssen in betriebseigenen Unterkünften leben, die sie nicht verlassen dürfen. Sie kommen aus armen Familien, die den niedrigsten Kasten des indischen Kastensystems angehören und ihre Heimatdörfer sind bis zu 2.500 km von den Spinnereien entfernt“. Lokale Forscher haben in fünf Spinnereien Tamil Nadus Interviews mit insgesamt 151 Textilarbeiterinnen durchgeführt. Sie waren zum Zeitpunkt der Befragungen im Alter von 15- 22 Jahren. Die Studie legt die Verbindung zwischen den fünf indischen Herstellern und europäischen und US-amerikanischen Unternehmen, die als Einkäufer fungieren offen. Der Bericht zum Download.

Verbraucher wollen weniger Verpackungen, dafür regionales Obst und Gemüse
Deutschlands Verbraucher würden es begrüßen, wenn regionale Obst- und Gemüsesorten im Supermarkt angeboten werden – am besten ohne Plastikverpackung. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des NABU. Befragt wurden mehr als eintausend Kunden, wie und wo sie ihr Obst und Gemüse kaufen und was sie sich vom Handel wünschen. Besonders hoch im Kurs steht bei Verbrauchern Regionalität. Drei von vier Kunden äußerten Interesse an regionalen und speziellen Obst- und Gemüsesorten. Auch im Hinblick auf Verpackungen an der Obsttheke geben die Verbraucher ein klares Votum ab: 76 Prozent der Befragten bevorzugen Obst und Gemüse, das nicht abgepackt ist. Lediglich vier Prozent kaufen es lieber mit Verpackung. Um Plastikmüll zu vermeiden, sind sogar 85 Prozent der Kunden bereit, einen eigenen Beutel für Obst und Gemüse zum Einkauf mitzunehmen. Die Ergebnisse der Umfrage zum Download.

Mit dem „digitalen Whistleblower“ gegen Korruption
Überall in Europa stößt man auf öffentliche Investitionsprojekte, bei denen offensichtlich etwas falsch läuft: Sei es ein Flughafen, der dem Zeitplan viele Jahre hinterherhinkt und weit übers Budget hinausgeschossen ist, oder eine Autobahn, die im Nirgendwo endet. Ob Korruption im Spiel ist, war allerdings bislang schwer herauszufinden. Die Hertie School of Governance startet nun gemeinsam mit vier weiteren europäischen Partnern das EU-Forschungsprojekt „The Digital Whistleblower. Fiscal Transparency, Risk Assessment and Impact of Good Governance Policies Assessed (DIGIWHIST)”, das für mehr Transparenz im öffentlichen Auftragswesen sorgen und zivilgesellschaftlichen Akteuren den Zugang zu entsprechenden Informationen erleichtern will. Ziel von DIGIWHIST ist es, das öffentliche Auftragswesen durch mehr Transparenz effizienter und weniger korruptionsanfällig zu machen. Zivilgesellschaftlichen Akteuren, Journalisten und Mitarbeitern auf staatlicher Seite will es einen Werkzeugkasten zur Verfügung stellen, mit dessen Hilfe sie gesetzliche Grundlagen, Akteure und Prozesse rund um einzelne öffentliche Aufträge in allen EU-Mitgliedsländern sowie einigen Nachbarstaaten nachvollziehen können. Hier gibt es weitere Informationen.

Neuer Kriterienkatalog für Grüner Strom-Label
Am 1. Januar 2015 sind die neuen Kriterien für das Grüner Strom-Label in Kraft getreten. Der neue Kriterienkatalog ist Ergebnis eines mehrstufigen Stakeholderprozesses, in den Umwelt- und Verbraucherverbände, Energieanbieter sowie Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft einbezogen wurden. Die Standards stellen umfassende Anforderungen an die Stromherkunft, an die Förderung neuer Projekte und an das anbietende Unternehmen. Um den naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern, legt das Grüner Strom-Label an neue Anlagen hohe Umweltstandards an, die oft über das gesetzliche Maß hinausgehen. Diese Anforderungen wurden präzisiert und teils verschärft. Die wichtigsten Punkte des neuen Kriterienkatalogs sind in einer Broschüre zusammengefasst.

Diagnoseverfahren zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz
Seit genau einem Jahr sind alle deutschen Unternehmen per Gesetz (§5 ArbSchG) dazu verpflichtet, psychische Belastungen bei der Arbeit ihrer Mitarbeiter zu beurteilen, zu dokumentieren und präventive Maßnahmen einzuleiten. Aufgrund der Vielzahl von Belastungsfaktoren gibt es in Deutschland kein Standardverfahren zur Durchführung einer Gesundheitsbeurteilung (GBU). Es handelt sich vielmehr um einen langfristig angelegten Prozess, der an die individuellen Ansprüche des Unternehmens angepasst sein sollte. Hierzu hat Prof. Hahnzog, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius in München, das neue Diagnoseverfahren MAVA entwickelt. Mithilfe eines Fragebogens können psychische Belastungsfaktoren aus einer ganzheitlichen Perspektive und unter Beteiligung der Mitarbeiter ermittelt werden. So lässt sich beispielsweise feststellen, wie hoch Angestellte den Zeit- und Leistungsdruck an ihrem Arbeitsplatz empfinden oder inwiefern häufig auftretende Konfliktsituationen die Arbeitsatmosphäre und damit die Psyche der Mitarbeiter beeinflussen. MAVA ermöglicht einerseits, dass die Dokumentation den Überprüfungen durch die Gewerbeaufsicht oder der Berufsgenossenschaft standhält und andererseits, dass konkrete Erkenntnisse für eine nachhaltige Förderung der psychischen Gesundheit im Unternehmen gewonnen werden können.

Monster Wage Index zeigt: Geld allein macht nicht glücklich
In Kooperation mit der WageIndicator Foundation veröffentlicht das Online-Karriereportal Monster nun den zweiten Wage Index Report. Dieser enthält Analysen von Gehaltsstrukturen in Europa und in den USA hinsichtlich regionaler Unterschiede, Branchen und anderer vergleichbarer Faktoren. Der Fokus des zweiten Reports liegt auf der Zufriedenheit von Mitarbeitern in Bezug auf ihre Gehälter und andere Jobfaktoren. Die Ergebnisse der Umfrage unter mehr als 22.000 deutschen Teilnehmern zeigen, dass Mitarbeiter in der Regel zufrieden mit ihrem Lohn sind. Wichtiger scheinen aber noch die Kollegen zu sein. Aber auch hier, zeigen sich Acht von zehn Befragten sehr zufrieden. Besonders interessant sind die Zahlen im direkten Ländervergleich zwischen USA, UK, Deutschland und Spanien: Die Ergebnisse zeigen, dass deutsche Arbeitnehmer am zufriedensten mit ihren Kollegen sind. UK (76,2 Prozent), USA (77,6 Prozent) und Spanien (79,6 Prozent) liegen im Ranking hinter der Bundesrepublik. Aber auch im Hinblick auf Zufriedenheit mit der Einkommenshöhe liegt Deutschland ganz vorne: Während in Deutschland die Mehrheit aller Befragten angibt, zufrieden zu sein, ist die knappe Mehrheit in Spanien (50,6 Prozent), UK (51,4 Prozent) und USA (55,4 Prozent) nicht zufrieden mit der Höhe des Gehalts.

CO2-neutraler Expressversand ohne zusätzliche Kosten
Der Logistikdienstleister TNT bietet jetzt den CO2-neutralen Versand innerdeutscher Sendungen ohne Aufpreis an. Der CO2-neutrale Versand erfolgt in zwei Schritten: Zunächst ermittelt TNT die durch den Transport der Sendungen entstehenden CO2-Emissionen. Dann werden diese Emissionen durch CO2-Zertifikate in entsprechender Höhe ausgeglichen. TNT verwendet dabei ausschließlich CO2-Zertifikate aus Projekten rund um erneuerbare Energien, die dem „Gold Standard“ entsprechen. Eine externe Prüfungsgesellschaft (SGS) bestätigt den Prozess. Der CO2-neutrale Versand ist Bestandteil der neuen CO2-Services von TNT. Hier gibt es weitere Informationen.

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Stromanbietern untersucht
Das Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) hat deutsche Energieanbieter erneut auf ihre wirtschaftliche Nachhaltigkeit hin untersucht. Bisher hatten die Kunden vor allem die Möglichkeit, die Preise der über 1.000 Anbieter zu vergleichen, nicht aber deren wirtschaftliche Solidität. Insolvenzen und fragwürdiges Geschäftsgebaren verunsichern viele Kunden. Sie scheuen daher den Wechsel des Anbieters, obwohl sie dadurch Geld sparen könnten. Der Saarbrücker Professor für Wirtschaftsprüfung, Michael Olbrich, hat diese Lücke mit der Studie „Energieanbieter und Nachhaltigkeit“ bereits im Jahr 2013 wissenschaftlich geschlossen und nun eine zweite, aktualisierte Auflage veröffentlicht. Olbrichs zweite Auflage der Studie nahm dafür 18 Unternehmen genauer unter die Lupe: Die „Großen Fünf“ des Energiemarktes, die Konzerne E.ON, RWE, Vattenfall, EnBW und EWE, sowie dreizehn freie Anbieter, die im vergangenen Jahr besonders häufig in den Medien waren und die in Vergleichsportalen besonders präsent sind. Professor Olbrich untersuchte diese Unternehmen erneut anhand der Kriterien Publikationspolitik, kurzfristige Liquidität, Eigenkapitalquote, Wirtschaftlichkeit bezüglich des Personals, Kundenzahlen sowie den Anteil erneuerbarer Energie am Stromangebot. So werteten die Wirtschaftswissenschaftler unter anderem die Bereitschaft, die Öffentlichkeit über die Geschäftstätigkeit etwa mit einem Jahresabschluss zu informieren, als positives Indiz. Auch die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht, ergab Pluspunkte auf der Nachhaltigkeitsskala. „Auf Basis des aktualisierten Zahlenmaterials sind die nachhaltigsten unabhängigen Anbieter Deutschlands Greenpeace Energy, ExtraEnergie und Naturstrom sowie von den ‚Großen Fünf‘ EWE, E.ON und Vattenfall“, fasst Michael Olbrich zusammen. Am Ende der Nachhaltigkeitsskala der Saarbrücker Wirtschaftswissenschaftler liegen BEV und Fuxx. Die gesamte Studie zum Download.

Konsumenten wünschen sich mehr Wertschätzung
Die Konsumenten in Deutschland wünschen sich, dass ihnen von Marken mehr Wertschätzung entgegengebracht wird. Das ist das zentrale Ergebnis der zweiten Auflage der Markenstudie brandshare der PR-Agentur Edelman. Für die Studie wurden 15.000 Menschen in zwölf Ländern zu ihrer Beziehung zu Marken befragt. Die Untersuchung zeigt, dass Marken viel von Konsumenten wissen wollen, selbst aber nicht schnell und umfassend genug antworten, wenn Verbraucher sich mit Fragen oder Problemen an sie wenden. Für die Konsumenten bedeutet dies, dass sich Marken allein aus Profitgründen für sie interessieren. Am Wichtigsten ist den Befragten in Deutschland laut der Studie mit 80 Prozent, dass Unternehmen ihr Feedback wertschätzen, indem sie sie bei Meinungsäußerungen und Beschwerden ernst nehmen und eine schnelle Lösung für Probleme finden. Darüber hinaus verlangen 58 Prozent der befragten Konsumenten, dass Marken einen gesellschaftlichen Nutzen erbringen und sich dafür einsetzen, die Welt zum Positiven zu verändern. Besonders am Herzen liegt den Konsumenten – gerade den Frauen – in diesem Zusammenhang das Thema Transparenz: Über 70 Prozent wollen wissen, wo die im Produkt verarbeiteten Rohstoffe herkommen und wie die Produktionsbedingungen sind. Darüber hinaus verstehen 58 Prozent der Konsumenten in Deutschland unter Sinnstiftung auch, dass eine Marke eine Mission sowie eine Vision hat und auch im Alltag danach handelt. Die Markenstudie zum Download.