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Betriebliche Altersversorgung: unbekannt und kaum genutzt

Nur zwei Prozent der Arbeitnehmer gehen einer Studie zufolge davon aus, dass die gesetzliche Rente im Alter reichen wird. Gegen die sogenannte Versorgungslücke, die sich mit dem Eintritt ins Rentenalter auftun kann, haben 58 Prozent der Arbeitnehmer aber bislang nichts unternommen.

Frankfurt / Main (afp) – Nur zwei Prozent der Arbeitnehmer gehen einer Studie zufolge davon aus, dass die gesetzliche Rente im Alter reichen wird. Gegen die sogenannte Versorgungslücke, die sich mit dem Eintritt ins Rentenalter auftun kann, haben 58 Prozent der Arbeitnehmer aber bislang nichts unternommen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung der Unternehmensberatung PwC hervorgeht. Demnach wissen viele Arbeitnehmer zu wenig über die Möglichkeit einer betrieblichen Altersversorgung.

Bei denjenigen, die für das Alter vorsorgen, steht die betriebliche Altersversorgung an erster Stelle mit 43 Prozent. Auf Platz zwei und drei landeten die Riester-Rente und die private Lebensversicherung mit jeweils 34 Prozent.

Für die repräsentative Studie befragte PwC bundesweit tausend sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. 29 Prozent von ihnen erhalten demnach eine komplett vom Arbeitgeber finanzierte Betriebsrente, beteiligen sich also nicht mit eigenen Beiträgen daran. 30 Prozent nehmen mit eigenen Beiträgen daran teil, lassen sich dafür also im Zuge der sogenannten Entgeltumwandlung einen Teil ihres Gehalts abziehen.

Dass die betriebliche Altersversorgung zwar beliebt sei, aber vergleichsweise wenig in Anspruch genommen werde, liege daran, dass Arbeitnehmer die Angebote entweder gar nicht oder nur unzureichend kennen würden, erklärte Jürgen Helfen von PwC. 61 Prozent der Befragten, die die Entgeltumwandlung nicht nutzten, wüssten einfach zu wenig von dieser Sparmöglichkeit. Je kleiner das Unternehmen sei, desto weniger würden die Mitarbeiter darüber informiert. 33 Prozent der Befragten gaben demnach an, dass ihr Arbeitgeber die Entgeltumwandlung gar nicht anbiete.

Tatsächlich hat aber seit 2002 jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung. Damit kann jeder Arbeitnehmer Teile seines Gehalts oder Sonderzahlungen wie zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld in Beiträge zu einer betrieblichen Altersversorgung umwandeln und sich auf diesem Wege eine Zusatzrente aufbauen. Dieser Anspruch besteht für alle in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherten Arbeitnehmer.

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