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Transparenz zu Nachhaltigkeit soll selbstverständlich werden

Ab 2017 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen und Gesellschaften verpflichtet, neben ihren wirtschaftlichen Kennzahlen auch Angaben zu den Strategien, Risiken und Ergebnissen in Bezug auf Umweltbelange sowie soziale und mitarbeiterbezogene Aspekte zu veröffentlichen. Vor diesem Hintergrund hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) eine Diskussionsrunde zum Thema veranstaltet.

Berlin (csr-news) > Ab 2017 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen und Gesellschaften verpflichtet, neben ihren wirtschaftlichen Kennzahlen auch Angaben zu den Strategien, Risiken und Ergebnissen in Bezug auf Umweltbelange sowie soziale und mitarbeiterbezogene Aspekte zu veröffentlichen. Dies betrifft etwa 6.000 europäische Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von mehr als 20 Mio. Euro bzw. einem Nettoumsatz von mehr als 40 Mio. Euro. Vor diesem Hintergrund hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) eine Diskussionsrunde zum Thema veranstaltet. Im Kern ging es um die Frage, welche Schritte notwendig sind, damit das Ziel der EU-Kommission, ein effektives, glaubwürdiges und vergleichbares Berichtswesen europäischer Unternehmen zu nicht-finanziellen Informationen aufzubauen, erreicht werden kann. Wie der RNE in einer Mitteilung bekannt gab, stimmten die Diskutanten darin überein, dass die Erwartungen der Nutzer unbedingt in die Umsetzung der Richtlinie einbezogen werden müssten und dass die Berichterstattung sich auf eine überschaubare Anzahl von unternehmens- und steuerungsrelevanten Messgrößen konzentrieren sollte. Denn schließlich sei es weniger der Report an sich, der nachhaltiges Handeln dokumentiere, sondern vielmehr der Prozess hin zum Bericht. Es wurde betont, dass sich Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor etablieren und die Berichterstattung darüber in einigen Jahren selbstverständlich sein werde. Unternehmen, die eine Balance zwischen den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung erreichten, seien langfristig am Markt erfolgreicher. Einig waren sich die Teilnehmer in ihren Forderungen, dass es auf europäischer Ebene keine 28 unterschiedlichen Standards geben dürfe und dass bestehende Rahmenwerke für eine einheitliche Umsetzung der Richtlinie genutzt werden sollten. Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass der Deutsche Nachhaltigkeitskodex aufgrund seiner einfachen Handhabbarkeit und der guten Vergleichbarkeit einen geeigneten Standard für die Umsetzung der EU-Berichtspflicht darstelle. Er habe sich in der Praxis bereits bewährt und sei für jede Unternehmensgröße anwendbar. Der Forderung nach einem europäischen Nachhaltigkeitskodex werde der Nachhaltigkeitsrat mit seinen Umsetzungspartnern nachgehen. Ein Entwurf für die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie zur Offenlegung nicht-finanzieller Kennzahlen soll noch in diesem Jahr vorliegen. Daran schließe sich eine öffentliche Konsultation an.

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