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CSRbriefly am Freitag

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen: Globale Sweatshops verschlechtern Bedingungen italienischer Textilarbeiter, nachhaltiges Lieferkonzept für die Innenstadt, Deutschlands langer Weg, Depressionen um fast 70 Prozent gestiegen, 657 Unternehmen mussten den Global Compact verlassen, neue Informationsplattform zum nachhaltigen Konsum, Nachhaltige Zukunft der Veranstaltungsbranche, CSR Jobs Award 2015, Online-Tool ermöglicht Ökobilanzierung von Gebäuden, Internationale Grundsätze und Leitlinien für Unternehmensverantwortung in Konfliktgebieten, der ökonomische Wert von Ökosystemen, Studie zur Risikowahrnehmung, Restrukturierung verträglich gestalten, Korruption und Manipulation vorbeugen, Studie: Welche Fassaden- und Fenstermaterialien sind wirklich nachhaltig?, Transparenz ist gefragt und die „rank a brand“ Favoriten 2014.

 

Globale Sweatshops verschlechtern Bedingungen italienischer Textilarbeiter
Neue Rechercheergebnisse der Clean Clothes Campaign über die italienische Schuh- und Bekleidungsindustrie zeigen, dass die Konkurrenz mit Osteuropa und Asien in Italien die Löhne drückt und die Arbeitsbedingungen verschlechtert. Die Studie deckt auf, dass große Marken einschließlich Louis Vuitton, Armani, Prada und Dior alte Fabriken zurückkaufen, die ehemals infolge der Konkurrenz mit billigeren Produktionsstätten in postsozialistischen Ländern Europas und der Türkei schließen mussten. Nur dass diese Fabriken jetzt selbst im Wettbewerb der Niedriglöhne und schlechten Arbeitsbedingungen mithalten müssen. Die Studie zum Download.

Nachhaltiges Lieferkonzept für die Innenstadt
Gemeinsam testen die Freie und Hansestadt Hamburg und der Paketdienst UPS ab 1. Februar 2015 in einem zweijährigen Modellprojekt eine neue Form der City-Logistik. Mit dem Ziel, die Verkehre und damit die Emissionen durch die Paketzustellung in der Innenstadt zu reduzieren, wird UPS an bis zu vier zentralen Standorten Container als Zwischenlager aufstellen. An den Standorten wird morgens ein mit Paketen beladener Container abgestellt, vom dem aus UPS Zusteller die Pakete zu Fuß mit Sackkarre, mit Lastenfahrrädern und einem elektrisch unterstützten Fahrrad zu den Empfängern bringen. Abgeholte Sendungen werden von den UPS Mitarbeitern in den Container verbracht, der dann abends abgeholt und zurück in die UPS Niederlassung transportiert wird. Das Modellprojekt soll Aufschluss darüber geben, ob ein entsprechendes Konzept auch für größere Einzugsbereiche überzeugend ist und ob es auch für andere Logistikbereiche offen und anwendbar sein könnte

Deutschlands langer Weg
Warum hat es mehr als zehn Jahre gedauert, bis Deutschland die UN-Konvention gegen Korruption ratifiziert hat. Max Lesch geht im HSFK-Standpunkt der Frage nach, ob es sich um eine wirksame gesetzliche Neuregelung oder doch nur um Kosmetik handelt. Er zeichnet dabei die Entstehung globaler Normen gegen Korruption nach und beleuchtet insbesondere die Bundestagsdebatten zum Thema, um die Gründe für die lange Verzögerung aufzuzeigen. Hier geht es zum Download.

Depressionen um fast 70 Prozent gestiegen
Vom Jahr 2000 bis 2013 sind Fehlzeiten aufgrund von Depressionen um fast 70 Prozent ge-stiegen. Der Anteil der Erwerbspersonen (dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und ALG I-Empfänger), die Antidepressiva verschrieben bekamen, hat im gleichen Zeitraum um ein Drittel auf sechs Prozent zugenommen. Das geht aus dem aktuellen Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse hervor. Für ein Unternehmen mit 250 Mitarbeitern bedeutet dies, dass durchschnittlich vier ihrer Beschäftigten gut zwei Monate im Jahr fehlen. Berücksichtigt man noch den Urlaubsanspruch, bleibt also mindestens ein Arbeitsplatz allein aufgrund von Depressionen unbesetzt, schreibt die TK in einer Mitteilung. Hier geht es zum Download des Berichts.

657 Unternehmen mussten den Global Compact verlassen
Unternehmen die dem Global Compact beitreten, verpflichten sich die zehn Prinzipien des GC in ihre Unternehmensstrategie zu integrieren und regelmäßige Fortschrittsmitteilungen über diesen Prozess zu veröffentlichen. Dieser Verpflichtungen kamen im vergangenen Jahr 657 Unternehmen nicht nach und wurden wieder aus dem Global Compact ausgeschlossen.

Neue Informationsplattform zum nachhaltigen Konsum
Ab sofort kann man sich auf www.unterfluss.de über nachhaltigen Konsum informieren. Die zwei Berliner Gründer Christian Holeksa und Achim Riethmann-Duong haben eine Vielzahl nachhaltiger Handlungen nach deren tatsächlichen positiven Effekt auf unsere Umwelt überprüft. Die Ergebnisse sind nun online und liefern Antworten auf Fragen wie: Macht das Trennen von Altglas nach Farben überhaupt Sinn? Oder: Sind Elektroautos klimafreundlicher als herkömmliche Autos? Obwohl der Slogan von unterfluss lautet: „Antworten zum nachhaltigen Konsum“, findet man auf der Website zuerst eine Vielzahl von Fragen. Über diese Quizfragen (Multiple Choice) gelangt man hier zur jeweiligen Antwort und somit zur gewünschten Information. Auf spielerische Art und Weise kann hier sein Wissen in Bezug auf Nachhaltigkeit getestet und erweitert werden.

Nachhaltige Zukunft der Veranstaltungsbranche
Vom 9. bis 10. Februar 2015 laden das GCB German Convention Bureau und der EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren zur greenmeetings und events Konferenz 2015 ein. Planer von Kongressen, Tagungen und Events, Betreiber von Locations, Tagungshotels, Kongressbüros von Destinationen sowie Agenturen und Dienstleister aus der Veranstaltungsbranche erhalten hier in über 30 Workshops und Vorträgen greifbare Impulse für eine nachhaltige Veranstaltungsorganisation und können in interaktiven Ideenbörsen eigene Erfahrungen und Gedanken zum Thema einbringen. Link zu weiteren Informationen.

CSR Jobs Award 2015
Die Online-Plattform www.csr-jobs.de und das Personalmagazin haben erneut den CSR Jobs Award ausgeschrieben. Bis 05. März.2015 haben Unternehmen, Behörden und Institutionen als „Arbeitgeber mit Verantwortung“ Gelegenheit, sich zu bewerben. Unter allen Einsendungen wählt eine unabhängige Jury zehn Arbeitgeber aus, die sich im Bereich CSR besonders engagieren. Hier gibt es mehr Informationen.

Online-Tool ermöglicht Ökobilanzierung von Gebäuden
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat ein Online-Ökobilanzierungstool für Büro- und Verwaltungsgebäude freigeschaltet. Mit Hilfe des eLCA (LCA – Life Cycle Assessment) lassen sich die Umweltwirkungen von Gebäuden erfassen und bewerten, etwa der Beitrag zum Treibhauseffekt, zu Smog, saurem Regen oder zum Ozonloch und zwar für den gesamten Lebenszyklus. Das Online-Tool ermöglicht es Planern, Architekten und Bauherren, Aspekte des nachhaltigen und ressourcenschonenden Bauens schon in der Frühphase von Projekten optimal einzubeziehen.

Internationale Grundsätze und Leitlinien für Unternehmensverantwortung in Konfliktgebieten
Eine neue Publikation der niederländischen Organisation Somo bietet einen Überblick über 24 internationale Grundsätze und Leitlinien für Unternehmen, die in Konfliktgebieten tätig sind. Hier geht es zum Download.

Der ökonomische Wert von Ökosystemen
Das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) hat seinen zweiten Leibniz-Chair an den Ökonomen Prof. Douglas MacMillan verliehen. Der Professor für Umweltschutz und Ressourcenökonomie forscht und lehrt an der Universität Kent über den ökonomischen Wert von Ökosystemen. „Wir bringen mit unserer Forschung bildlich gesprochen Preisschilder an die Dienstleistungen von Ökosystemen an, um eine Basis für Entscheidungen in Umweltschutz und Ressourcenmanagement zu schaffen“, erklärte MacMillan. „Indem wir ein Bewusstsein dafür fördern, dass der Wildbestand eines Ökosystems von hohem Wert für die nationale Wirtschaft ist, legen wir einen Grundstein für Nachhaltigkeit.“ Die Wertermittlung ist ein vielschichtiger Prozess, der abhängig ist vom Informationsstand der Befragten, persönlichen Wertvorstellungen, sozialen Kontexten und zahlreichen weiteren Faktoren. „Für die komplexen Herausforderungen, vor die uns der Schutz der Biodiversität stellt, ist interdisziplinäre Arbeit unabdingbar“ betonte MacMillan.

Studie zur Risikowahrnehmung
In der öffentlichen Diskussion werden überwiegend die Tierhaltung und der dort beobachtete vermehrte Einsatz von Tierarzneimitteln als Ursachen für die Zunahme von Antibiotikaresistenzen angesehen. Entspricht dieses mediale Bild auch der Meinung der Bevölkerung? Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer repräsentativen Untersuchung diesen Aspekt untersucht. Demnach glauben mehr als die Hälfte der Menschen, dass Antibiotikaresistenzen am ehesten durch die Tierhaltung verursacht werden. Antibiotikaresistenzen betreffen aber die Humanmedizin ebenso wie die Tiermedizin und die Landwirtschaft. Die Herausforderungen können nur gemeinsam gelöst werden. „Die große Mehrheit der Verbraucher hat zwar bereits von antibiotikaresistenten Bakterien gehört. Allerdings vermuten die meisten Befragten solche Keime eher nicht im eigenen Haushalt“, so sich Professor Andreas Hensel, Präsident des BfR. „Krank machende Bakterien werden generell seitens der Bevölkerung weniger im eigenen Haushalt, sondern im öffentlichen Raum und in Krankenhäusern sowie in Tierställen vermutet.“ Hier sei also noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten, damit sich Verbraucher besser schützen können. Die Umfrageergebnisse zum Download.

Restrukturierung verträglich gestalten
Restrukturierung ist für viele Menschen ein diffuser Begriff aus der Arbeitswelt und zugleich häufig verwendetes Schlagwort in den Medien, wenn es etwa um den Abbau von Arbeitsplätzen geht. Doch was bedeutet Restrukturierung genau und welche Konsequenzen für die Mitarbeiter haben wesentliche organisationale Veränderungen? Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erläutert dies in ihrem aktuellen Bericht „Herausforderung Restrukturierung – Bedeutung, Auswirkungen, Gestaltungsoptionen“. Hier geht es zum Download.

Korruption und Manipulation vorbeugen
Wie lassen sich korruptes Handeln in Unternehmen oder Manipulationen etwa in der Transplantationsmedizin wirksam verhindern? Dieser Frage geht ein neues Forschungsprojekt an der Universität Heidelberg nach. Beteiligt daran sind Wissenschaftler aus Soziologie, Kriminologie und Rechtswissenschaften. „Zwar gibt es zur Bekämpfung von Korruption und Manipulation in Wirtschaft und Medizin auf der Ebene der Organisation bereits seit einigen Jahren einen ,Regulierungsboom‘, die gewünschte Wirkung bleibt aber offenbar aus“, erklärt Projektleiter Prof. Markus Pohlmann. Im Rahmen des Projekts „Der Kampf gegen Korruption und Manipulation – Regulierung und Selbstregulierung in Medizin und Wirtschaft“ wollen die Heidelberger Wissenschaftler daher untersuchen, warum die angestrebten Effekte nicht eintreten und welche wirksamen Möglichkeiten der Korruptionsbekämpfung es gibt. „Trotz zunehmender Bedeutung von staatlichen und internationalen Regelungen sowie der Einrichtung von Compliance-Abteilungen werden immer wieder Fehlverhalten und Skandale bekannt. Die Maßnahmen erzielen offenbar nicht die erhoffte Wirkung“, so Pohlmann. Basierend auf den Erfahrungen, die Wirtschaftsunternehmen bisher mit der so genannten Compliance gesammelt haben, werden die Wissenschaftler vor allem neue Felder des wissenschaftlich-technischen Fortschritts wie die Organtransplantation in den Blick nehmen. Link zum Projekt.

Studie: Welche Fassaden- und Fenstermaterialien sind wirklich nachhaltig?
Hinsichtlich der Nachhaltigkeit von verschiedenen Fassaden- und Fenstermaterialien liegen keine ganzheitlichen Untersuchungen vor. Um Transparenz für Bauherren und Investoren zu schaffen, hat Drees & Sommer gemeinsam mit PE International eine ganzheitliche Studie zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Aluminium, Holz und PVC erstellt. Ziel war es, auf Basis von anerkannten und praxisgerechten Kriterien die nachhaltige Performance der üblicherweise eingesetzten Materialien Aluminium, Holz und PVC im Fassaden- und Fensterbau zu vergleichen. Das wesentliche Ergebnis: Kein Material bietet durchgängig in allen Kriterien jeweils die beste Nachhaltigkeitsperformance. Die Studie hat darüber hinaus ergeben, dass der Nutzungsphase hinsichtlich der Ressourcenbedarfe und Lebenszykluskosten eine erhebliche Bedeutung zukommt. Eine Zusammenfassung der Studie zum Download.

Transparenz ist gefragt
Der „Global Life Sciences Sector Outlook – Adapting to an Era of Transformation“ von Deloitte zeigt: Transparenz, Arzneimittel- und Datensicherheit sowie der Schutz geistigen Eigentums sind wichtige Faktoren für die Life-Sciences-Branche. Der demografische Wandel sorgt in der Life-Sciences-Industrie für steigende Nachfrage. Deutschland bleibt nach den USA, Japan und Frankreich der viertgrößte Markt der Branche. Europaweit ist lediglich die Schweiz ein größerer Pharmaproduzent als Deutschland. Die Supply Chain ist für die Life-Sciences-Industrie ein entscheidender Faktor. Unternehmen müssen sie weltweit kontrollieren und steuern, um einerseits die Verfügbarkeit von Medikamenten auch in Krisensituationen oder bei Epidemien zeitgerecht sicherzustellen. Andererseits bedeutet die Transparenz der Supply Chain auch den Nachweis über die „Echtheit“ der Präparate. Der Weg eines Medikaments kann so lückenlos dokumentiert und nachvollzogen werden. Weitere Details gibt es hier.

Die „rank a brand“ Favoriten 2014

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