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Frankreich will Einsatz von Pestiziden verringern

Die französische Regierung unternimmt einen neuen Anlauf, um den weit verbreiteten Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zurückzudrängen.

Paris (afp) – Die französische Regierung unternimmt einen neuen Anlauf, um den weit verbreiteten Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zurückzudrängen. Die Pestizide sollten bis 2025 um 50 Prozent reduziert werden, kündigte der sozialistische Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll am Freitag in der Zeitung “Libération” an. Das Ziel der konservativen Vorgängerregierung, den Einsatz der Giftstoffe möglichst bis 2018 zu halbieren, war zuvor gescheitert: Die Nutzung von Pestiziden in der Landwirtschaft stieg zwischen 2009 und 2013 sogar um fünf Prozent an.

Le Foll sagte nun, es solle in einem Zwischenschritt der Gebrauch von Pestiziden im Jahr 2020 um 25 Prozent geringer ausfallen. Dazu sollen unter anderem andere Agrarmethoden wie der wechselnde Anbau von Kulturen weiter verbreitet werden, um gegen Pflanzenkrankheiten und die Erosion der Böden zu kämpfen. Auch natürliche Alternativen zu Pestiziden sollen verstärkt zur Anwendung kommen, darunter der Einsatz von Insekten als natürliche Feinde von Schädlingen. Durch innovative Maschinen sollen Pestizide zudem zielgenauer verteilt werden.

Die agrochemische Industrie kritisierte den Plan. Es könne nicht um konkrete Größen zum Einsatz von Pestiziden gehen, sondern Ziel müsse es sein, deren Auswirkungen auf Gewässer und Gesundheit zu verringern. Umweltschützer bemängelten hingegen, der Plan gehe nicht weit genug. Es dürfe nicht sein, dass in zehn Jahren festgestellt werde, dass die angestrebte Verringerung beim Einsatz von Pestiziden wieder nicht erreicht worden sei.