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CDP – Klima- und Wasserrisiken in der globalen Lieferkette

Lieferanten in den USA, Brasilien und China sind derzeit stärker von den Risiken des Klimawandels betroffen als Unternehmen aus Europa oder Japan. In der bislang umfangreichsten Untersuchung zum Thema hat das Carbon Disclosure Project (CDP) die Klimarisiken und –chancen in den weltweiten Lieferketten analysiert. Dafür wurden Daten aus 3.396 Unternehmen aus allen Teilen der Welt ausgewertet. Deutsche Lieferanten schneiden noch relativ gut ab, ihre Nachhaltigkeitsbemühungen sind allerdings rückläufig.

London (csr-news) > Lieferanten in den USA, Brasilien und China sind derzeit stärker von den Risiken des Klimawandels betroffen als Unternehmen aus Europa oder Japan. In der bislang umfangreichsten Untersuchung zum Thema hat das Carbon Disclosure Project (CDP) die Klimarisiken und –chancen in den weltweiten Lieferketten analysiert. Dafür wurden Daten aus 3.396 Unternehmen aus allen Teilen der Welt ausgewertet. Deutsche Lieferanten schneiden noch relativ gut ab, ihre Nachhaltigkeitsbemühungen sind allerdings rückläufig.

Drei Zahlen verdeutlichen die Situation der deutschen Zulieferer. So verzeichnet die Emissionsberichterstattung einen deutlichen Rückgang. Dies gilt insbesondere für Tier1-Emissionen über die nur noch 65 Prozent der Unternehmen berichteten, während es im Jahr 2013 noch 78 Prozent waren. So heißt es im Bericht, obwohl deutsche Unternehmen bei den CO2-Zielen über dem Durchschnitt liegen, zeigen alle Kennzahlen eine leicht rückläufige Entwicklung an. Als besonders besorgniserregend nennt CDP den starken Rückgang bei den Unternehmen mit einem Klimarisikomanagement und entsprechenden Prozessen. Ihr Anteil ist innerhalb eines Jahres von 82 Prozent auf 72 Prozent gefallen. Besorgt zeigen sich zahlreiche Firmen (44 Prozent) über die Folgen der Energiewende und daraus resultierende hohe Abgaben. Allerdings sehen darin mit 42 Prozent fast ebenso viele Unternehmen auch Chancen. Um ihre Emissionen zu mindern, setzen die Betriebe oftmals auf Investitionen in erneuerbare Energien.

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Quelle: CDP-Supply-Chain-Report 2014-15

Insgesamt müsse Deutschland seine Anstrengungen deutlich verstärken um nicht weiter hinter Unternehmen aus Frankreich, Großbritannien oder Spanien zurückzufallen. Dafür haben sie allerdings gute Voraussetzungen. Deutsche Unternehmen hätten Zugang zu modernsten Technologien und Forschungskapazitäten. Dies sollten sie zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz nutzen, ihre Prozesse klimaverträglicher gestalten und damit letztlich auch die Emissionen reduzieren. Trotzdem gehören die Länder Europas zu den nachhaltigsten, sie haben die umfangreichsten Maßnahmen gegen Klimarisiken getroffen. Nachholbedarf haben sie dagegen bei Wasserrisiken, den auch die wurden im CDP-Supply-Chain-Report 2014-15 behandelt. In beiden Bereichen liegen die Potenziale zur Vermeidung von Risiken und zur Optimierung der Emissionsbilanz in den Lieferketten. Gerade deutsche Unternehmen sollten diese Chance nutzen und in der Zusammenarbeit mit ihren Zulieferern die Nachhaltigkeitsperformance ihrer Lieferkette erhöhen. Ingesamt sieht man beim CDP allerdings ermutigende Anzeichen für einen globalen Fortschritt beim Klimaschutz bzw. der Vermeidung von Klimarisiken.

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Quelle: CDP-Supply-Chain-Report 2014-15

Der vollständige CDP-Supply-Chain-Report 2014-15 zum Download.