Nachrichten

Pilotvorhaben für „grüne“ Wirtschaft nehmen Gestalt an

Halle (csr-news) > Anfang Februar trafen sich Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik um mit Akteuren des Spitzenclusters BioEconomy über den aktuellen Stand ihrer Projekte zu diskutueren. Ziel des Clusters ist die Entwicklung der Region Mitteldeutschland mit ihrer Chemietradition und einer ausgeprägten Forst- und Landwirtschaft zur Modellregion für die Bioökonomie. „Das mitteldeutsche Chemiedreieck mit seiner Infrastruktur, aber auch mit seiner unmittelbaren Nähe zu Standorten der Holzwirtschaft z. B. im Harz bietet einzigartige Voraussetzungen für den Wandel von einer fossil basierten Wirtschaft hin zu einer biobasierten Wirtschaft“, so Prof. Thomas Hirth, Vorstand und wissenschaftlicher Koordinator im BioEconomy e.V. Damit eigne sich die Region wie keine andere in Europa als Vorreiter, um nachwachsende Rohstoffe als klimaschonende und effiziente Alternative zu fossilen Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Seit zwei Jahren laufen Projekte unter der Flagge des Clusters. 26 Verbundprojekte in den Bereichen Holz, Chemie, Werkstoffe und Energie wurden in dieser Zeit gestartet, 42 sollen es insgesamt werden. „In der Clusterentwicklung befinden wir uns derzeit an der Schwelle von Forschung und Entwicklung zur Bildung erster Wertschöpfungsketten“, erklärte Prof. Matthias Zscheile, Vorstandsvorsitzender des BioEconomy e.V. und ergänzte: „Damit hält die forstbasierte Bioökonomie Einzug in die regionale Wirtschaft und bietet sowohl den Unternehmen als auch Fachkräften zahlreicher Branchen interessante Anknüpfungspunkte.“

Bereits 97 Partner aus Industrie und Forschung arbeiten in sechs eng verzahnten Themengebieten. Am Anfang steht das Holz: Entwickelt werden hier Konzepte und Technologien für die nachhaltige Waldbewirtschaftung und effiziente Lieferketten sowie innovative Holzprodukte. Im zweiten Themengebiet steht die Gewinnung von Basischemikalien aus Reststoffen im Fokus – erste Pilotanlagen für Bioraffinerien entstanden hier bereits am Chemiestandort Leuna. Holzfasern und Biokunststoffe fließen im dritten Themengebiet zu innovativen Leichtbaumaterialien zusammen. Mögliche Anwendungen wurden u.a. im Automobilbau und bei Sportgeräten identifiziert. Im vierten Themengebiet finden die Optimierung der Reststoffströme und die energetischen Nutzung biogener Reststoffe statt. Mit dem Konzept der HTC-Bioraffinerie ergänzen an der Schnittstelle zwischen stofflicher und energetischer Nutzung auch neue Ansätze das Projektportfolio. Modellcharakter hat das fünfte Themengebiet: Aufgrund der zahlreichen involvierten Branchen und bereichsübergreifender Prozesse arbeitet eine eigene Begleitforschung an Rahmenbedingungen, Marktchancen und Eintrittsbarrieren sowie an Produktionsprozessen zwischen nachhaltiger Naturnutzung, Biodiversität und Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen. Im sechsten Themengebiet dreht sich alles um die Ausbildung und Fachkräftesicherung.

Weitere Informationen enthält die Website www.bioeconomy.de.